US-Behörden dürfen weiterhin auf Cloud-Daten im Ausland zugreifen

7. Mai 2014, 06:40
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Ein Gerichtsbeschluss gegen Microsoft zeigt: US-Behörden können weiterhin Daten europäischer Kunden von Cloud-Anbietern verlangen. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Ein Gerichtsbeschluss gegen Microsoft zeigt: US-Behörden können weiterhin Daten europäischer Kunden von Cloud-Anbietern verlangen. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.
Ein Gericht in New York ist Ende April zum Schluss gekommen, dass Microsoft auch ausserhalb der USA gespeicherte Daten herausgeben muss, wenn dies von den US-Behörden verlangt wird. Das heisst, dass Daten von europäischen - und Schweizer - Kunden, die im Microsoft-Rechenzentrum in Dublin liegen, nicht sicher sind vor dem Zugriff der USA. Das war zwar schon bisher so, doch das Urteil zementiert nun den Status quo.
Microsoft hatte gegen einen Durchsuchungsbefehl einer US-Behörde auf Herausgabe von E-Mail-Daten geklagt und verlor nun - allerdings erst erstinstanzlich. Microsoft hat Berufung eingelegt und betont, dass man bis zum höchsten Gericht gehen werde, um Klarheit zu schaffen. Ein definitives Urteil wird nicht nur Microsoft betreffen, sondern auch andere US-Cloud-Riesen wie Google, Amazon, Salesforce oder Oracle. Deshalb schlägt nun die Stunde der europäischen Cloud-Anbieter. Diese sind zwar sicher vor dem Zugriff der Justizbehörden, doch seit der NSA-Affäre weiss man, dass Geheimdienste etliche Wege kennen, um an Daten heranzukommen.
Zum Thema äussert sich heute auch der Schweizer Datensicherheits-Spezialist Totemo. CEO Dario Perfettibile schreibt in einer Mitteilung, solche "legalen" Bedrohungen der Vertraulichkeit seien nur die Spitze des Eisbergs. Da helfe nur Verschlüsselung, schreibt der Hersteller nicht uneigennützig: "Unternehmen sollten sich nicht auf die Standard-Verschlüsselungstechnologien der Cloud-Anbieter verlassen, sofern diese überhaupt welche anbieten. Sie müssen ein unternehmensübergreifendes Sicherheitsnetz schaffen, das auch die Cloud einbezieht – mit einer Verschlüsselungstechnologie, die dem individuellen Anspruch an die Vertraulichkeit von E-Mails genügt und durch das Unternehmen selbst verwaltet wird", so Perfettibile. (mim)

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