US-Hyperscaler machen bei Gaia-X mit

19. November 2020, 11:11
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Das europäische Cloud-Projekt stösst auf grosses Interesse – auch von US-Unternehmen.

Nach den 22 Gründungsunternehmen aus Deutschland und Frankreich wollen weitere Unternehmen beim europäischen Cloud-Projekt Gaia-X mitmachen. Nach Angaben des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums haben über 100 Firmen ihr Interesse bekundet, "Mitglied der ersten Stunde" zu werden. Dies schreibt die Nachrichtenagentur 'DPA' anlässlich des Gaia-X Summits, der in diesen Tagen virtuell stattfindet.
Zu diesen Mitgliedern "Day 1 Members" gehört unter anderem HPE, wie das US-Unternehmen mitteilt. Obwohl das Projekt in Europa etabliert wurde, glaube man, dass es von globaler Bedeutung sein wird, so Johannes Koch, Managing Director Deutschland von HPE. Gaia-X biete Antworten auf die entscheidende Frage des kommenden digitalen Zeitalters: "Wie können Netzwerkeffekte in einer offenen, dezentralisierten Welt geschaffen werden, die nicht von Zwischenhändlern kontrolliert wird, sondern in der jeder ein digitaler Souverän ist", so der HPE-Manager.
Zu den weiteren Day 1 Members von Gaia-X gehören die amerikanischen Hyperscaler AWS, Microsoft und Google Cloud. Auch der chinesische Provider Alibaba Cloud wird unter den Mitgliedern gelistet. Hinzu kommen amerikanische Techkonzerne wie Cisco, IBM, Intel und Salesforce, wie der Liste zu entnehmen ist.
Microsoft gab bereits vor einigen Monaten bekannt, beim Bundeswirtschaftsministerium offiziell das Interesse an einer Teilnahme hinterlegt zu haben, wie Deutschland-Chefin Sabine Bendiek in einem Gastbeitrag in der 'FAZ' schrieb.
Dass sich amerikanischen Unternehmen beim Projekt engagieren, widerspreche der Vorgabe aus der Politik nicht, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Auch US-Konzerne sollten Angebote entwickeln, die den Richtlinien von Gaia-X entsprechen.
Mit Gaia-X soll ein "Datenraum für Europa" geschaffen werden, um unabhängiger zu werden von den grossen Cloud-Anbietern aus den USA oder China.  Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Atos, SAP, Siemens, die Deutsche Telekom oder das Fraunhofer Institut. Im Projekt sollen Konzepte einer Dateninfrastruktur erarbeitet werden, um bestehende Angebote über Open-Source-Hardware und -Software und offene Standards miteinander zu vernetzen. Zudem sollen neue Services entwickelt werden, die souveräne Entscheidungen über datenbasierte Geschäftsmodelle ermöglichen. Im kommenden Jahr wolle man mit einem Minimum Viable Product an den Start gehen, erklärte das Wirtschaftsministerium laut 'DPA'.
Das Verfahren zur Zertifizierung, ob Dienste Gaia-X-konform seien, brauche noch etwas Zeit, so Boris Otto, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik, gegenüber 'Tagesspiegel Background'. "Wir werden Mitte nächsten Jahres die ersten zertifizierten Gaia-X-Anwendungen sehen."

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