US-IT-Dienstleister hoffen auf Trump-Effekt, indische weniger

23. Januar 2017, 16:24
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Ob sie ihn gewählt haben, weiss man nicht, aber Vertreter des US-IT-Channels glauben laut einer Umfrage von 'CRN' mehrheitlich, dass sich der Amtsantritt von Donald Trump positiv auf Ihre Geschäfte auswirken werde. 'CRN' hat 118 Chefs und Inhaber von IT-Dienstleistern befragt.
53 Prozent davon erwarten laut 'CRN', dass sie im laufenden Jahr neue Arbeitslätze schaffen können, und sogar 77 Prozent, dass sich ihr Umsatz steigern werde. Allerdings sind es einige weniger, nämlich 49 Prozent, die erklären, dass sich die Präsidentschaft Trumps positiv auswirken wird. Der Unterschied dürfte von den Befragten stammen, die zwar Wachstum erwarten, aber nicht wegen Trump. 23 Prozent der Befragten erwarten übrigens, dass sich Trumps Politik negativ auf ihr Geschäft auswirken wird.
Der Grund für den "Trump-Optimismus" ist laut den Aussagen einiger der Befragten, dass man auf eine erhöhte Nachfrage seitens der Kunden glaubt. Die von Trump versprochenen Steuersenkungen sowie die Anschaffung von vielen Vorschriften würden es gerade auch für kleinere US-Unternehmen einfacher machen, ihr Geschäft zu betreiben, so der Tenor.
In der Zwischenzeit in Indien …
Auf der von den USA aus gesehen anderen Seite der Welt, in Indien, hat die Antrittsrede Trumps am Freitag den dortigen ICT-Riesen dagegen gerade die letzten Hoffnungen geraubt, dass Trump die Sache mit dem Protektionismus doch nicht so ernst meine, wie im Wahlkampf erklärt. Sätze wie "Wir müssen unsere Grenzen vor den Übergriffen anderer Länder schützen, die unser Produkte herstellen, unsere Unternehmen stehlen und unsere Jobs vernichten", liegen schwer im Magen. Dies obwohl Indien mit politischen Initiativen wie "Make in India" durchaus Vorbild für einige der Trump'schen Ideen sein könnte.
Die dortigen IT-Dienstleister erwirtschaften laut dem indischen Wirtschaftsblatt 'Economic Times' ('ET') knapp 45 Prozent ihres Umsatzes durch Geschäfte in den USA. Sie fürchten vor allem Beschränkungen bei den temporären Arbeitsbewilligungen für ausländische Fachkräfte in den USA. Gegenwärtig schicken sie oft indische Entwickler ins Ausland, um zuerst die Kunden und deren Anforderungen kennen lernen, und zuletzt die in Indien programmierte Software vor Ort zu implementieren und zu testen. Wenn sie vermehrt US-Fachkräfte einstellen müssen, mindert dies ihre Margen und bedroht das ganze Geschäftsmodell.
Gleichzeitig schicken sich die Inder allerdings auch, schon an, diese Kröte zu schlucken und dabei sogar zu betonen, wie gut sie schmecke. Vor Ort zu rekrutieren, meinte beispielsweise der Chef von Infosys anfangs Jahr, sei eine tolle Sache.
Man lehnt also die protektionistischen Massnahmen in den USA eigentlich ab, muss aber gleichzeitig gute Miene dazu zu machen - schliesslich will man weiterhin in den USA Gewinne machen, auch wenn sie vielleicht etwas kleiner werden. Diesen Zwiespalt verkörpert beispielsweise R Chandrashekhar, der Chef des indischen IT-Wirtschaftsverbands Nasscom in einer Person. Im US-Kongress hängige Vorschläge zur Beschränkung von Arbeitsvisen würden indische Unternehmen "fundamental diskriminieren", wird er von der 'ET' in einem Artikel zitiert erklärt er, dass sich Nasscom darauf freue, mit der neuen Administration zu arbeiten, und dass die indische IT-Industrie Trumps Pläne, mehr Jobs in den USA zu kreieren, voll unterstütze. (hjm)

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