US-Sanktionen belasten Huaweis Geschäft

31. März 2020, 12:52
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2019 war ein "sehr herausforderndes Jahr" für den chinesischen Tech-Konzern.

Der chinesische Technologiekonzern Huawei hat das Finanzergebnis für 2019 publiziert. Das Unternehmen verzeichnete zwar ein Umsatzplus von 19,1 Prozent auf umgerechnet rund 123 Milliarden US-Dollar. Doch verlangsamte sich das Wachstum insbesondere in der zweiten Jahreshälfte. Es habe sich um ein "sehr herausforderndes Jahr gehandelt", sagte Westeuropa-Chef Vincent Pang laut Medien.
Auch der Gewinn von Huawei wächst nicht mehr so rasant wie in den Vorjahren. 2019 belief sich der Nettogewinn auf 9 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Plus von 5,6%. Im Vorjahr war der Gewinn noch um 25% angewachsen.

Consumer-Business trieb Wachstum an

"Das Consumer Business war das wichtigste Geschäft für unser Wachstum", wird Pang von 'The Verge' zitiert. Gemäss einer Mitteilung betrug der Umsatz in der Consumer-Sparte 66,9 Milliarden Dollar, was einem Plus von 34% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Da der chinesische Konzern von den USA auf eine schwarze Liste gesetzt wurde, darf beispielsweise Google das Android-System nicht mehr für Huawei lizenzieren. "Das äussere Umfeld wird in Zukunft nur noch komplizierter werden", so Eric Xu, rotierender Vorstandsvorsitzender von Huawei, in der Mitteilung. Ausserhalb von China habe der Verlust von Google den Verkauf von Huawei-Smartphones erschwert, die Verkäufe seien etwas zurückgegangen. Dafür habe sich der Absatz aber wohl auf Märkten wie Russland und Südostasien gut gehalten, da die Consumer dort Google-Dienste weniger häufiger verwenden würden, zitiert 'Fortune' einen Analysten.
Im Enterprise-Segment ging das Umsatzwachstum von über 30% auf knapp 9% zurück. Der Umsatz belief sich auf 12,8 Milliarden Dollar.

"Chinesische Regierung wird dem nicht tatenlos zuschauen"

Wie das Unternehmen gemäss 'The Verge' weiter sagte, hätten die US-Sanktionen zu Umsatzeinbussen über 10 Milliarden Dollar geführt. Die chinesische Regierung werde nicht einfach zusehen, "wie Huawei abgeschlachtet wird", sagte Xu gemäss 'Reuters'.
Weiter stellt er eine rhetorische Frage in den Raum: Warum sollte die chinesische Regierung nicht die Verwendung von amerikanischem 5G-Equipment oder Smartphones unter dem Vorwand der Cybersicherheit verbieten?
Die USA wirft dem Konzern vor, unangemessene Verbindungen zur Regierung in Peking zu pflegen, die die Ausrüstung des Herstellers zu Spionagezwecken verwende. Beweise wurden dafür bisher nicht vorgelegt, Huawei weist die Vorwürfe zurück.
Im Mai 2019 wurde Huawei von den USA auf eine schwarze Liste gesetzt. Quellen von 'Reuters' zufolge bereitet die US-Regierung weitere Massnahmen vor, die darauf abzielen, die Lieferung von Chips an das Unternehmen weiter einzuschränken. 

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