US-Verteidigungs-Ministerium überdenkt Jedi-Cloud-Vergabe

13. März 2020, 10:41
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Der 10-Milliarden-Dollar-Zuschlag an Microsoft ist noch immer nicht unter Dach und Fach. Das Ministerium will den Zuschlag neu bewerten.

Das amerikanische Verteidigungsministerium teilt mit, dass es die Vergabe des 10 Milliarden Dollar schweren Cloud-Vertrags an Microsoft neu bewerten werde. Wie verschiedene US-Medien berichten, beantrage das Verteidigungsministerium (DoD) 120 Tage Zeit, um den Jedi-Zuschlag neu zu bewerten. Es wird erwartet, dass die Richterin, Patricia E. Campbell-Smith, die Neubewertung zulassen wird, obwohl sie noch keine offizielle Entscheidung getroffen hat.
Amazon galt lange als Spitzenreiter, bevor der grosse Auftrag für die Jedi-Cloud (Joint Enterprise Defense Infrastructure) im Oktober 2019 an Microsoft vergeben wurde. Amazon sagte, der Zuschlagsentscheid sei von Präsident Trump beeinflusst worden. Der Konzern hat eine Überprüfung der Vergabe gefordert. Ein Gericht hat im Februar 2020 schliesslich angeordnet, die Arbeiten an Jedi zu unterbrechen. Überprüft wird allerdings nicht, ob die Vergabe von Trump beeinflusst wurde, sondern wie ein bestimmtes Szenario bewertet wurde.
Das DoD wolle nun genau diesen Aspekt überprüfen, den das Gericht vergangenen Monat beanstandet hat. Dabei geht es darum, wie das Pentagon Microsofts Datenspeicherung in einem bestimmten Preisszenario bewertet hat. Das Pentagon plane, Amazon und Microsoft anschliessend aufzufordern, "begrenzte" Überarbeitungen der Angebote einzureichen, heisst es im Gerichtsdokument.
Das Verteidigungsministerium habe mit der Auftragsvergabe die richtige Entscheidung getroffen, so Microsoft zu 'ZDnet'. Das Unternehmen unterstütze jedoch die Entscheidung des DoD eine kleine Anzahl von Faktoren zu überdenken. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass Microsofts Vorschlag technologisch überlegen war, weiterhin den besten Wert bietet und die richtige Wahl für das Verteidigungsministerium ist", so die Redmonder.
Amazon wiederum zeigte sich gegenüber der 'New York Times' "erfreut, dass das Verteidigungsministerium 'wesentliche und legitime' Probleme anerkannt hat, die die Entscheidung über die Jedi-Vergabe beeinflusst haben, und dass Korrekturmassnahmen erforderlich sind".  

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