USA bleiben grösste Spam-Schleuder

12. Januar 2011, 09:28
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Müll-Mails immer öfter schädlich - Winterpause vorbei.

Müll-Mails immer öfter schädlich - Winterpause vorbei.
Der Sicherheitsspezialist Sophos hat das "Dirty Dozen" der grössten Spam-Nationen für das vierte Quartal 2010 veröffentlicht. Die USA bleiben darin mit fast einem Fünftel des globalen Gesamtvolumens unangefochtener Spam-Kaiser. Indes sind die unerwünschten E-Mails insgesamt schädlicher geworden. Statt nervender Werbung wird häufiger Malware verteilt, warnt das Unternehmen. Dass über Weihnachten und Neujahr das weltweite Spam-Volumen deutlich zurückgegangen ist, hat sich indes als kurze Atempause erwiesen. Mit dieser Woche haben offensichtlich auch die Spammer wieder den Vollbetrieb aufgenommen.
Globale Infektionsflut
18,83 Prozent des weltweiten Spam-Aufkommens stammte Ende 2010 aus den USA. Das ist mehr, als aus den drei nächstplatzierten Indien, Brasilien und Russland zusammen. Dafür macht Sophos mangelndes Sicherheitsbewusstsein mitverantwortlich. "Was viele Leute noch immer nicht verstehen, ist die grosse Rolle, die sie im Kampf gegen Spam spielen können: Die Infektion ihres Heim-PCs zu verhindern", meint Sophos-Experte Graham Cluley im Unternehmensblog. Denn über Botnetze ist letztlich praktisch jedes Land der Welt an der Spam-Flut beteiligt. Sophos hat Spam aus 232 Ländern und Territorien beobachtet.
Während unerwünschte Werbe-Mails beispielsweise für dubiose Online-Pharmafirmen ein massives Problem geblieben sind, geht der Trend verstärkt hin zu schädlichen Mails. "Was immer weiter an Bedeutung gewinnt, sind Links zu infizierten Webseiten", erklärt Cluley. Wer einen solchen Spam-Link öffnet, ist auf der Seite Angriffen über Sicherheitslücken ausgesetzt. So können sich User beispielsweise falsche AV-Programme einfangen, die sich bei Cyberbetrügern grosser Beliebtheit erfreuen.
Pause vorbei
Mit dem Weihnachtstag hatten Sicherheitsunternehmen rund um die Welt eine deutliche Abnahme im globalen Spam-Volumen beobachtet. Wichtige Botnetze wie das grösste Spam-Netzwerk Rustock haben keine Müll-Mails verschickt, sodass zeitweise nur ein Viertel des üblichen Gesamtvolumens anfiel. Allerdings warnt Cluley, dass die Botnetze wohl nicht wie teils kolportiert gänzlich inaktiv waren. Vielmehr könnten die Cyberkriminellen sie für andere Zwecke wie Profite durch Pop-up-Werbung oder Identitätsdiebstahl genutzt haben.
Was genau der Grund für den Abfall im Spam-Aufkommen war, bleibt freilich unklar. Fest steht dagegen, dass die Spam-Weihnachtsferien zu Ende sind. Laut Sophos-Statistik wurden Inboxen rund um die Welt mit Wochenbeginn wieder ähnlich stark zugemüllt wie vor den Feiertagen. Diese Beobachtung bestätigen andere Anbieter wie Websense und MessageLabs. Letzteren zufolge hat Rustock mit Montag wieder zu spammen begonnen, sodass weltweit fast doppelt so viele Müll-Mails angefallen sind wie noch am Tag zuvor. (pte)

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