User hängen an ihren Mainframes (fest)

27. September 2012, 11:36
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Neun von zehn Unternehmen, die Mainframes im Einsatz haben, bezeichnen diese weiterhin als langfristige Lösung.

Neun von zehn Unternehmen, die Mainframes im Einsatz haben, bezeichnen diese weiterhin als langfristige Lösung.
Auch im Jahr 2012 zeichnet sich das oft vorhergesagte Aussterben von IBMs Mainframes, deren Wurzeln bis in die 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts zurückreichen, nicht ab. In einer vom Softwareunternehmen BMC in Auftrag gegebenen Umfrage unter weltweit knapp 1300 Mainframe-Anwendern bezeichneten 90 Prozent ihre Mainframes weiterhin als "langfristige Lösung". Nur 6 Prozent der befragten Mainframe-Kunden befassen sich gegenwärtig konkret mit einem Abschied von den Grossrechnern.
Genau die Hälfte erklärte zudem, dass sie damit rechnen, auch in Zukunft noch zusätzliche Applikationen beziehungsweise Arbeitslasten auf ihre Mainframes zu bringen. 59 Prozent erwartet, dass ihr Leistungsbedarf ansteigen wird. Da Mainfames hauptsächlich nach der in MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde) gemessenen beanspruchten Leistung bezahlt werden, ist das ein wichtiger Punkt, denn gleichzeitig hat die Senkung der IT-Kosten für 69 Prozent der Befragten – 9 Prozent mehr als bei der entsprechenden Umfrage vor einem Jahr - eine sehr hohe Priorität. Für BMC ist dies ein Argument für Software, welche Anwenderunternehmen dabei helfen soll, den teuren MIPS-Verbrauch auf den Hauptprozessoren zu reduzieren und Arbeitslasten auf die günstigeren sogenannten "Specialty Engines" auszulagern.
Die Überzeugung von den Vorteilen der Mainframes scheint allerdings bei den Anwendern, wenn auch nur ganz leicht, abzunehmen. Die meistgenannten Vorteile sind wie in den letzten Befragungen die hohe Verfügbarkeit der Plattform, ihre Security-Vorteile, die Zentralisierung der Daten sowie die Leistungsstärke, wenn es um die Verarbeitung von Transaktionen geht. Alle diese Hauptvorteile wurden leicht weniger oft genannt, als in den entsprechenden Umfragen der letzten beiden Jahre.
Obwohl die Zuverlässigkeit der Mainframes immer wieder betont wird, sind auch diese nicht vor Störungen gefeit. 39 Prozent der Umfrageteilnehmer verzeichneten in den letzten 12 Monaten einen oder mehrere Ausfälle. Bei 29 Prozent waren die Auswirkungen vernachlässigbar, 10 Prozent hatten aber auch Ausfälle mit grossen Auswirkungen.
Software satt Mainframe-Experten?
Rund drei Viertel aller Unternehmen machen sich Sorgen wegen der Knappheit an Mainframe-Experten, rund ein Drittel ist sogar ziemlich besorgt. Etrwas mehr als die Hälfte versucht, durch interne Trainings neue Fachleute auszubilden, 40 Prozent konzentriert sich darauf, externe Kandidaten einzustellen und 37 Prozent sehen sich nach Outsourcing-Möglichkeiten um.
Recruitment, Training und Outsourcing, glaubt BMC, könnten dieses Problem allerdings nicht alleine lösen. BMC – als Anbieter solcher Software natürlich etwas befangen – empfiehlt den Betroffenen, auch vermehrt den Einsatz von Softwaretools zum effizienteren Management und zur Automatisierung bestimmter Aufgaben ins Auge zu fassen. (Hans Jörg Maron)

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