Uster plant neue Stelle zur Abwehr von Cyber­kriminalität

9. Oktober 2019, 14:07
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Die Stadt zieht Konsequenzen aus einem Hackerangriff im vergangenen Jahr.

Die Stadt zieht Konsequenzen aus einem Hackerangriff im vergangenen Jahr.
Am 30. September veröffentlichte der Stadtrat von Uster sein Budget 2020: Um den Gesamtaufwand von 259 Millionen Franken zu decken und ein ausgeglichenes Budget zu erreichen, will die Stadt den Steuerfuss um 3 Prozent auf 94 Prozent erhöhen. Neben anderen Investitionen ist im Budget 2020 auch eine neu zu schaffende Stelle für Cyberkriminalität enthalten.
Im Dezember 2018 wurde die Verwaltung von Uster Opfer eines Angriffs mit Ransomware. Der Schädling "GandCrab" verschlüsselte dabei unter anderem Daten im Einwohnerdienst, im Zivilstands- und im Steueramt.
Ein Urheber der über E-Mail verbreiteten Ransomware meldete sich damals gemäss dem Stadtschreiber nicht, Lösegeld sei nicht bezahlt worden. Nach wenigen Tagen liefen die IT-Systeme wieder normal. Der Datenverlust sei vernachlässigbar gewesen, man müsse aber die Lehren aus dem Angriff ziehen, hiess es.
Im Nachhinein beziffert die Stadt den durch den Hackerangriff entstandenen Schaden auf rund eine halbe Million Franken. Die nun neu vorgesehene Stelle für Cyberkriminalität sei eine "geplante Verstärkung auf Grund der steigenden Anforderungen an die Informatik", schreibt Stadtrat und Finanzvorsteher Cla Famos auf Anfrage von inside-it.ch. "Der Hackerangriff hat diesen Entscheid sicher verdeutlicht."
Besetzt werden soll die Stelle ab dem 1. Quartal 2020 in der Abteilung Finanzen, Leistungsgruppe Informatik. Gesucht werde ein Informatiker Systemtechnik für "Betrieb, Ausbau und Überwachung der Schutzmechanismen auf den Ebenen des Datennetzwerkes und der System- und Datenüberwachung". Es gehe dabei auch um eine System-Wiederherstellung nach einer erfolgreichen Attacke. Dazu sei "ein Ausbau der Daten- und System-Backup-Systeme mit kürzeren Sicherungs-Kadenzen geplant".
Uster habe auch weitere Konsequenzen aus dem letztjährigen Hackerangriff gezogen, so Stadtrat Cla Famos. "Aus den Erfahrungen des Angriffs wurden bereits geplante Massnahmen als Sofortmassnahmen beschleunigt umgesetzt. Im Weiteren wurde eine Sicherheitsüberprüfung in Auftrag gegeben, um die geplanten Massnahmen zu hinterfragen." (paz)

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