VBS will Cybersecurity verbessern

18. Februar 2021, 15:38
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In der Armeebotschaft 2021 will der Bundesrat auch in die IT investieren und in eine Kommunikation, die besser gegen Cyberangriffe geschützt ist als bisher.

Die Armee will den Kampf gegen Cyberangriffe verstärken. Gleichzeitig soll das Verteidigungsdepartement (VBS) vermehrt das brachliegende Potenzial bezüglich Energieeffizienz nutzen. Diese Ziele hat der Bundesrat in der Armeebotschaft 2021 verankert.
Als grösster Immobilienbesitzer des Bundes spiele ihr Departement bei der Erreichung des Klimaziels des Bundesrats eine wichtige Rolle, sagte Verteidigungsministerin Viola Amherd vor den Medien. Künftig solle bei Gebäudesanierungen beispielsweise konsequent der Minergie-Standard angewendet werden.
Die Kernkompetenz der Armee bleibe aber die Verteidigung, stellte Amherd klar. "Die Sicherheitslage bleibt unberechenbar, niemand weiss, wie sie in zwanzig oder dreissig Jahren aussieht." Die Investitionen in der Armeebotschaft 2021 sollen laut dem Bundesrat die Sicherheit in der Schweiz erhöhen.
Einen Schwerpunkt bildet in den kommenden Jahren der Ausbau der Cyberabwehr. So sollen laut Amherd beispielsweise ein Operationszentrum geschaffen, Schulungen mit Simulatoren ermöglicht und Systeme besser gegen Angriffe geschützt werden.
Armeechef Thomas Süssli erwähnte das neu geplante Cyberbataillon."Wir müssen uns laufend neuen Bedrohungen anpassen, es bleibt ein dauernder Wettlauf." Rüstungschef Martin Sonderegger hob die Wichtigkeit von modernen Systemen hervor. Zuerst müsse die Infrastruktur stehen, erst dann würde die Technik beschafft, sodass die Armee nicht auf veralteten Produkten sitze.
Laut Armeebotschaft will der Bundesrat Führungs- und Kommunikationssysteme ausbauen, "damit die Armee rasch einsatzbereit ist und das gesamte Spektrum ihrer Aufträge erfüllen kann", wie er schreibt. Dies sei einer von fünf Schwerpunkten, so die Armeebotschaft: "Für 178 Millionen Franken soll das Führungsnetz Schweiz ausgebaut werden. Noch nicht verbundene, einsatzrelevante Standorte der Armee und des Bundes werden erschlossen." Dabei würden laut VBS "grösstenteils" handelsübliche zivile Komponenten beschafft. Eine Ausnahme bilden dabei Chiffriergeräte.
Das "Führungsnetz Schweiz" ist Teil des grösseren Programms Fitania.
Zudem soll für 79 Millionen Franken die Ausstattung der Rechenzentren erneuert werden. Dazu gehören die zwei unterirdischen Rechenzentren "Fundament" und "Kastro II". Das dritte Rechenzentrum "Campus" wird von zivilen Bundesstellen mitbenutzt. Grundsätzlich sollen die RZs mehr Rechenleistung erhalten, zudem würden militärische Systeme wie das Führungssystem vom Flugraumüberwachungs- und Einsatzleitsystem Florako und von Anwendungen wie SAP in die RZs überführt. Auch hier bezieht die Armee handelsübliche Komponenten.
Nicht zuletzt will die Armee für weitere 66 Millionen Franken Führungsinfrastrukturen der Luftwaffe anpassen. "Diese Investitionen ermöglichen eine krisenresistente, geschützte und störungsfreie Kommunikation, die besser gegen Cyberangriffe geschützt ist als bisher", schreibt der Bundesrat
Mit der Armeebotschaft 2021 beantragt der Bundesrat dem Parlament Verpflichtungskredite von rund 2,3 Milliarden Franken, die auch in diverse weitere Vorhaben fliessen. Laut dem Bundesrat können sämtliche Ausgaben über das ordentliche Armeebudget finanziert werden. Die Räte gaben kürzlich grünes Licht für Investitionen von 21,1 Milliarden Franken in den Jahren 2021 bis 2024.

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