VCE: Alles billiger, schneller, besser

21. September 2012, 10:11
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"Converged Systems" sollen gewaltige Einsparungen ins Rechenzentrum bringen. Und endlich sollen Automatisierungs-Lösungen breit eingesetzt werden.

"Converged Systems" sollen gewaltige Einsparungen ins Rechenzentrum bringen. Und endlich sollen Automatisierungs-Lösungen breit eingesetzt werden.
Im Zürcher Traditionshotel Baur au Lac waren gestern nicht nur US-Filmstars mit teilweise seltsamer Frisur anzutreffen, sondern man konnte auch den CEO des neuen Players im Infrastruktur-Markt, VCE, kennenlernen. Praveen Akkiraju (Foto) trat zusammen mit VCE-Europa-Chef Burney Barker vor eine Reihe von CIOs und Systemintegratoren auf. VCE ist das vor erst drei Jahren gründete Joint-Venture von Cisco, EMC und VMware, das die Vblock genannten integrierten Server-Storage-Netzwerk-Systeme entwickelt.
VCE wächst rasant, wie Akkiraju an einem kurzen Medienroundtable erklärte. Man konnte im EMEA-Raum bis heute 150 Kunden gewinnen und ungefähr 300 Vblock-Systeme verkaufen, so Akkiraju. Die Schweiz ist für das neue "Kind" der Cisco-EMC-VMware-Allianz offensichtlich ein interessanter Markt. Zwar ist das neue Unternenehmen in der Schweiz erst mit nur zwei, bald drei Mitarbeitern präsent, doch konnte man offenbar bereits prominente Kunden, wie etwa Novartis, gewinnen. Der neue Player im Infrastrukturmarkt soll rasant wachsen: Der Umsatz habe im ersten Halbjahr 2012 um 80 Prozent (gegenüber Vorjahr) zugelegt und er wolle die Anzahl der Mitarbeitenden in Europa in den nächsten drei bis sechs Monaten verdoppeln, sagte der Cisco-Veteran Akkiraju.
VCE sei in der Lage, ein Projekt - von den ersten Abklärungen beim Kunden über den Bau eines Systems im irischen Cork bis zur Lieferung und Installation des Systems - in nur 40 Tagen abzuwickeln.
IDC: Höhere Auslastung, gewaltige Einsparungen
Zwecks Überzeugung der anwesenden, sichtlich interessierten aber auch zurückhaltenden Informatik-Verantwortlichen verschiedener Schweizer Grossfirmen brachte die VCE-"Väter" Cisco, EMC und VMware gestern den IDC-Analysten Thomas Meyer auf die Bühne, der den Einsatz von Vblock anstelle von traditionellen Server-Speicher-Netzwerk-Infrastrukturen untersucht hat. Meyer hat das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei der Einführung von Vblock-Systemen allerdings nur bei fünf Firmen untersucht und man kann annehmen, dass die gestern gezeigten Zahlen wohl so positiv wie nur möglich ausgefallen sind.
Die Einführung von "converged" Infrastrukturen kann gemäss dem IDC-Analysten zu gewaltig tieferen Kosten führen. Kauf und Betrieb von Storage sollen 60 Prozent günstiger kommen, Netzwerk-Hardware wird 63 Prozent billiger und die Kosten für Server reduzieren sich um 41 Prozent. Zudem braucht das System 25 Prozent weniger Strom und 33 Prozent weniger Platz im Rechenzentrum.
Da das System voll integriert ist - ein Argument, das auch Oracle und HP für ihre Systeme vorbringen - reduzieren sich Ausfälle und der Aufwand für das Mangement der Systeme. So sollen sich Ausfall-Vorfälle ("server incidents") für Anwender von im Schnitt 13,7 pro Jahr auf 0,5 pro Jahr reduziert haben. Demgegenüber hat sich die Auslastung der Systeme gemäss Meyer massiv erhöht.
Die Präsentation des IDC-Analysten kam allerdings wohl nicht nur dem Schreibenden etwas gar wie Reklame vor. Denn solange man nicht weiss, welche Systeme in welcher Konfiguration ersetzt worden sind, sind sie wenig aussagekräftig. Interessanter war die Feststellung Meyers, dass die System-Administratoren mit den neuen Vblocks der mitgelieferten Automatisierungssoftware von VMware offenbar mehr als bisher vertrauten und sie einsetzten. Zudem wurden wesentlich mehr Virtuelle Maschinen pro CPU installiert als zuvor.
Aber: Wie lange hält das Bündnis?
Entscheidend für den Erfolg von VCE im Markt dürfte aber eine andere Frage sein: Da VCE selbst eine noch winzige Firma ist und auf den Support der "Väter" Cisco, EMC und VMware angewiesen ist, muss man darauf vertrauen, dass dieses Bündnis für viele viele Jahre anhält. Denn wer will schon mit grossen, teuren Systemen dastehen, die von ihren Herstellern nicht mehr oder nur noch halbherzig unterstützt werden? (Christoph Hugenschmidt)

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