Verbände fordern konsequente Umsetzung von Lehrplan 21

18. April 2017, 12:12
  • politik & wirtschaft
  • informatik
image

Wirtschaft und Wissenschaft befürchten, dass Informatik weiterhin ein Rand-Dasein fristet.

Wirtschaft und Wissenschaft befürchten, dass Informatik weiterhin ein Rand-Dasein fristet.
Organisationen aus dem Bildungsbereich und der Wirtschaft fordern im Rahmen der Initiative "Informatik macht Schule" die Erziehungsdirektoren der Deutschschweizer Kantone zu einer raschen und vorbehaltlosen Umsetzung des Lehrplans 21 auf. Wegen der wachsenden Wichtigkeit von IT-Kenntnissen müsse diesen auf allen Stufen der schulischen Bildung zentrale Bedeutung zugemessen werden, schreibt die Initiative in einer Mitteilung. Der Lehrplan 21, der das Fach "Medien und Informatik" auf Primar- und Sekundarstufe etablieren soll, sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Der Aufruf sei deshalb notwendig, weil die Einführung des Lehrplans 21 noch nicht überall beschlossen sei und die Kantone selbst definieren könnten, wie umfangreich das Fach "Medien und Informatik" unterrichtet werden soll. Zudem sei nicht sichergestellt, dass neu ausgebildete oder auch bisherige Lehrpersonen tatsächlich in der Lage seien, das Fach kompetent zu unterrichten. Es seien vor allem kleinere Kantonen, die damit kämpften, Ausbildungsziele für Lehrpersonen zu definieren, sagt "Informatik macht Schule" auf Anfrage von inside-it.ch.
Ein halber Tag Informatik-Weiterbildung?
Die Initiative nennt zwei konkrete Gefahren: Zum einen gebe es Kantone, die "Medien und Informatik" nicht als eigenes Fach führen wollten. Zum anderen glaubten einige, dass Lehrpersonen nach einem halben Tag Informatik-Weiterbildung das Fach unterrichten könnten.
Die Forderungen (PDF) an die Erziehungsdirektionen umfassen: Einführung von "Medien und Informatik" bis spätestens 2020 als eigenständiges Fach. Mindestens eine Jahreslektion von der 5. bis zur 9. Klasse. Eine fundierte Ausbildung für angehende und amtierende Lehrpersonen. Qualitativ hochstehendes Unterrichtsmaterial dank eines Austausches zwischen Kantonen und pädagogischen Hochschulen. Bildungsangebote als Anschlusslösungen auf der Sekundarstufe II.
"Informatik macht Schule" wurde von Bildungspolitikern und Branchenvertretern im Sommer 2016 gegründet. Der aktuelle "Aufruf zum Handeln" wird vom Patronat der Initiative unterstützt. Dazu zählen neben den relevanten ICT-Verbänden unter anderem auch der kaufmännische Verband, der Schweizerische Gewerbeverband, Electrosuisse, Travail.Suisse sowie akademische Zusammenschlüsse. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Datenschützerin zum Cloudeinsatz: "Der Regierungsratsbeschluss ändert gar nichts"

Bei Dominika Blonski häufen sich seit dem Frühling Anfragen von Behörden zur Cloudnutzung. Im Gespräch sagt die Datenschützerin: "Ich weiss nicht, was die Absicht der Zürcher Regierung war."

publiziert am 30.9.2022 7
image

Intel bringt Mobileye die Börse

Durch den Börsengang des Auto-Zulieferers soll eine Bewertung von 30 Milliarden Dollar erreicht werden. Dies ist deutlich weniger als früher erwartet wurde.

publiziert am 3.10.2022 1
image

Datenschützer äussern harsche Kritik an Cloud-Entscheiden von Behörden

Die Konferenz der schweizerischen Datenschutzbeauftragten (Privatim) fordert: Kein Freipass für Microsoft 365.

publiziert am 30.9.2022
image

Softwareone erhält an einem Tag 2 Freihänder für fast 14 Millionen Franken

Der Stanser IT-Dienstleister ist bei Swissgrid Reseller für Standardsoftware und kann fürs Stadtzürcher OIZ die Lizenzen für die Microsoft-EDR-Lösung liefern. Dafür kassiert Softwareone Millionen.

publiziert am 30.9.2022