Verhärtete Fronten im Lohnstreit bei der Deutschen Telekom

4. März 2011, 16:39
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Der Lohnstreit zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft Ver.

Der Lohnstreit zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft Ver.di eskaliert. Am kommenden Dienstag findet in Königswinter bei Bonn bereits die vierte Verhandlungsrunde statt. Telekom-Personalchef Thomas Sattelberger mahnt Ver.di in einer Mitteilung, am Verhandlungstisch nach einer Lösung für den Tarifkonflikt zu suchen: "Ver.di muss seine Blockadehaltung aufgeben und die Entrüstungsrituale einstellen. Es ist unverantwortlich, dass unser Angebot bislang ohne Diskussion rüde zurückgewiesen wurde".
Die Telekom hatte in der dritten Runde ihrer Meinung nach ein umfangreiches Angebot vorgelegt. Konkret wurde unter anderem eine Lohnerhöhung um 2,17 Prozent mit einer Laufzeit von 24 Monaten vorgeschlagen. Die Telekom will sich zudem verpflichten, 5000 intern ausgebildete Nachwuchskräfte bis 2012 in feste Anstellungsverhältnisse zu übernehmen. Auch für ältere Arbeitnehmer, Fortbildungswillige sowie für Familienväter und –Mütter soll es Verbesserungen geben.
Ver.di teilte derweil mit, dass die bisherigen Warnstreiks erfolgreich waren. Bis einschliesslich Freitag hätten sich seit Beginn der Arbeitsniederlegungen insgesamt mehr als 65'000 Beschäftigte daran beteiligt. Sattelbergers Aufforderung, die Blockadehaltung aufzugeben, bezeichnet Ver.di als "Karnevalsscherz". Den Verhandlungspartner am Verhandlungstisch zu provozieren, um dann über die Medien an die Vernunft von Ver.di zu appellieren, sei schon mehr als merkwürdig.
Ver.di fordert weiterhin eine Anhebung der Gehälter um 6,5 Prozent, zur Stärkung der unteren Einkommen um mindestens 170 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Darüber hinaus sollen die Ausbildungsvergütungen um monatlich 70 bis 90 Euro angehoben werden. Beamtinnen und Beamte sollen einen Differenzausgleich zwischen der Tarifsteigerung und der Anhebung der Besoldung erhalten. Gleichzeitig fordert Ver.di den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die Deutsche Telekom AG und die Telekom Deutschland GmbH. (mim)

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