Verlierer und Gewinner im Schweizer PC-Markt

2. Februar 2006, 11:12
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Brutaler Preiszerfall – stark wachsender Absatz in Stückzahlen

Brutaler Preiszerfall – stark wachsender Absatz in Stückzahlen
Der PC-Markt in der Schweiz ist letztes Jahr erstaunlich stark gewachsen. Gemäss den heute von Robert Weiss publizierten Zahlen zum Schweizer PC-Markt, wurden im vergangenen Jahr 1'486'000 PCs und Notebooks abgesetzt. Dies sind über 13 Prozent mehr als 2004.
Die mit PCs erzielten Umsätze konnten allerdings mit diesem Wachstum nicht mithalten, denn die Preise der verkauften Maschinen waren auch letztes Jahr stark unter Druck. So wurden beispielsweise Notebooks für Heimanwender im Schnitt um 17,8 Prozent günstiger, solche für Geschäftsanwender um 9,2 Prozent.
Noch brutaler fiel der Preiszerfall bei Bildschirmen bei aus. Ein Display kostete gemäss Weiss letztes Jahr im Schnitt noch 470 Franken, -23 Prozent im Vergleich zu 2004. Auch die Preise von Druckern bewegen sich tendenziell gegen Null: die 2005 verkauften 870'000 Drucker kosteten im Schnitt gerade noch 291 Franken. Die Durchschnittspreise der in der Schweiz abgesetzten Printer sanken um 38 Prozent (!).
Assemblierer setzen auf Notebooks und Server
Die harten Preiskämpfe im Desktop-PC-Markt setzte die lokalen Hersteller, die so genannten Assemblierer, die 2004 noch über 27 Prozent aller Maschinen gebaut hatten, massiv unter Druck. Der Marktanteil der lokalen Hersteller sank auf noch gut ein Fünftel. Weiss dürfte mit seiner Einschätzung, dass vor allem kleinere Assemblierer aus der Produktion ausgestiegen sind, Recht haben.
Die Schweizer Computerhersteller konzentrieren sich deshalb vermehrt auf die Assemblierung von Notebooks (Steg, Littlebit, Jet) und Servern. So wurden 2005 immerhin acht Prozent aller in der Schweiz verkauften Notebooks auch hierzulande assembliert. Und erstaunliche 18'000 der in der Schweiz verkauften "kleinen" Intel-Server stammen aus heimischer Produktion.
Die Rangliste: HP führt (noch), Lenovo, Maxdata und Sony sind die Verlierer
Hewlett Packard war auch im vergangenen Jahr die Nummer 1 der PC- und Notebook-Hersteller im Schweizer Markt. Konkurrenten wie Dell und Acer konnten und können ihre Absätze aber schneller steigern - nächstes Jahr könnte die Rangliste der Stückzahlen-Verkäufe nach Hersteller anders aussehen:

  1. HP (308'171, + 9,7 %)
  2. Sony (26'050, - 7,3 %)

Andere: 269'366
(In Klammer: verkaufte Stückzahlen und Veränderung gegenüber Vorjahr):
Patrick Roettger, der Lenovo Schweiz leitet, nahm das Verdikt von Robert Weiss allerdings sehr gelassen. Röttger: "Wir waren im letzten Jahr in nur einem Teilmarkt wirklich stark präsent, nämlich bei Notebook-Projekten in Grossfirmen. In diesem Markt hängen die Marktanteile von nur wenigen Deals ab. Unsere Mitbewerber werden 2006 nicht mehr das gleiche Wachstum zeigen können, denn es wird nicht mehr so viele Grossprojekte geben." Man werde im laufenden Jahr noch von Lenovo hören. "Ich freue mich ausgesprochen auf 2006," so der Schweizer Chef des chinesischen PC-Riesen. (Christoph Hugenschmidt)

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