Versicherung gegen die Folgen von Cyber-Angriffen

5. September 2013, 12:11
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Standardversion von "Allianz Cyber Protect" mit Deckungssumme von bis 10 Millionen Franken.

Standardversion von "Allianz Cyber Protect" mit Deckungssumme von bis 10 Millionen Franken.
Nach dem Schweizer Versicherungsunternehmen Groupe Mutuel zieht nun auch Allianz Suisse nach: Gegen Gefahren aus dem Netz aufgrund eigener Fehler oder durch Angriffe von aussen, können sich Unternehmen neuerdings von der Allianz Global Corporate & Specialty AG (AGCS) versichern lassen. In den USA, schreibt Allianz, seien solche Versicherungen bereits fester Bestandteil in den Versicherungsportfolios der Unternehmen, mit denen ein Prämienvolumen von rund 1,3 Milliarden Dollar generiert werde. Nun will man auch in Europa und der Schweiz nachziehen, bestehe hier doch "eindeutig Aufholbedarf".
Die Versicherung geht davon aus, dass es nicht mehr ausreicht, sich gegen die steigende Internetkriminalität allein mit IT-basierter Sicherheitstechnik zu schützen. Vielmehr sorgen neben der sich "verschärfenden Risikosituation auch rechtliche Rahmenbedingungen dafür, dass sich Unternehmen stärker mit Fragen der IT-Sicherheit auseinandersetzen müssen", teilt Allianz heute mit. So führe beispielsweise die geplante EU-weite Meldepflicht von Hackerangriffen dazu, dass Unternehmen immer mehr Datenschutz-Vorschriften einhalten müssen, um Bussgelder oder Haftungsfälle zu vermeiden, wie es in der Meldung weiter heisst.
Ab 60'000 Franken
Die neue Industrie-Police heisst "Allianz Cyber Protect" und ist ab sofort in drei Versionen verfügbar. Gedeckt sind damit "vielfältige Eigen- und Drittschäden", die Unternehmen als Opfer von Internetkriminalität selbst erleiden oder für die sie von ihren Kunden haftbar gemacht werden können: "Unsere neue Cyberversicherung kombiniert Bausteine aus der Sach-, Haftpflicht- und Vermögensschadenversicherung", schreibt Allianz.
Konkret wird eine Standardversion mit einer Deckungssumme von bis 10 Millionen Franken angeboten, die eine "schlanke Risikoprüfung vor Vertragszeichnung" voraussetzt. Ausserdem kostet diese Version je nach Umfang zwischen umgerechnet 60'000 und 110'000 Franken Jahresprämie, wie Allianz Suisse gegenüber inside-it.ch erklärte. Bei den Versionen "Premium" und "Premium plus" für bis zu 50 Millionen Franken Versicherungssumme handelt es sich um massgeschneiderte Lösungen mit erweitertem Deckungsumfang. Der schliesst auch selbst verschuldete Prozessschwächen oder Mitarbeiterfehler als Auslöser für IT-Ausfälle oder Datenpannen ein. Diese beiden Versionen setzen aber eine ausführliche Vorabprüfung der IT-Prozesse des Unternehmens durch spezialisierte Risikoingenieure der AGCS voraus. Da es hierbei um individuelle Lösungen geht, existieren laut Allianz Suisse auch keine Richtpreise für die Prämien. (vri)

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