Versteckte Kosten beim Mainframe-Outsourcing

18. Dezember 2012, 14:38
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Kunden beklagen sich über zusätzlichen MIPS-Verbrauch, schlechte Qualität von Anwendungen und Wissensabfluss.

Kunden beklagen sich über zusätzlichen MIPS-Verbrauch, schlechte Qualität von Anwendungen und Wissensabfluss.
Eine im Auftrag von Compuware durchgeführte Umfrage des Marktforschungsunternehmens Vanson Bourne unter CIOs zeichnet ein erstaunlich schlechtes Bild der Zufriedenheit von Kunden, die den Mainframe-Betrieb ausgelagert haben. Eine grosse Mehrheit beklagt sich über unerwartete "versteckte" Kosten und die Qualität der Dienstleistungen. An der Umfrage beteiligten sich 520 CIOs von grossen Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern, Grossbritannien, USA, Japan und Australien
Die "versteckten" Kosten entstehen laut der Studie vor allem aufgrund von höherem MIPS (Million Instructions per Second)-Verbrauch sowie unerwarteten Investitionen in Tests und Fehlerbehebung. Insgesamt beklagten sich laut Compuware 71 Prozent der Umfrageteilnehmer über solche unerwartete Zusatzkosten.
Den erhöhten MIPS-Verbrauch müssen in den meisten Fällen die Outsourcing-Kunden selbst bezahlen: Bei 88 Prozent der Befragten ist die CPU-Belastung ein Teil der Rechnung. 42 Prozent glauben, dass ihr Dienstleister die CPU-Kosten durch besseres Management reduzieren könnte. 57 Prozent erklären, dass er sich nicht genügend um die Effizienz der entwickelten Anwendungen kümmere.
Schlechte Applikationen
Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen gab laut Compuware an, dass sie aufgrund schlechter Arbeitsqualität des Dienstleisters mehr Investitionen in Performancetesting und Troubleshooting tätigen mussten. Fast ebensoviele glauben, dass sie deshalb die Investitionen in ihre interne Qualitätssicherung erhöhen müssen.
Zwei Drittel findet, dass die Qualität neuer Anwendungen oder Services ihres Providers zumindest "nicht immer" zufriedenstellend sei. Ebenfalls zwei Drittel gab an, dass eine hohe Fluktuationsrate bei Providern die Qualität und Dauer der Projekte negativ beeinflusse. Knapp die Hälfte ist sich sicher, dass die Fehlerrate im Anwendungscode bei Dienstleistern höher sei, als wenn der Code von Entwicklern im eigenen Haus stammt.
Reise ohne Rückkehr
Für eine Mehrheit der Kunden wäre es aber auch schwierig, den Betrieb der Mainframes wieder selbst zu übernehmen. Für rund 40 Prozent war mangelndes Know-how im eigenen Haus schon einer der Hauptgründe, die sie dazu brachten, den Betrieb auszulagern. Nach der Auslagerung sagen nun mehr als zwei Drittel der befragten CIOs, dass ihre eigenen Teams nicht mehr über das Wissen verfügen würden, um die bestehenden Mainframe-Anwendungen zu betreuen. (Hans Jörg Maron)

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