Versteckte Kosten in Outsourcing-Verträgen

30. August 2006, 09:11
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Gemäss Experten können Unternehmen Millionen verlieren, wenn sie die Inflationskosten nicht angemessen berücksichtigen.

Gemäss Experten können Unternehmen Millionen verlieren, wenn sie die Inflationskosten nicht angemessen berücksichtigen.
Gemäss einer Studie von TPI gehen Einkäufer von Outsourcing-Dienstleistungen oft ohne ausreichendes Wissen über Aspekte, die sich am Ende negativ auf den finanziellen Erfolg eines Outsourcing-Projekts auswirken können, in Vertragsverhandlungen. Insbesondere würden sie es oft versäumen, angemessene Mechanismen in die Verträge einzubringen, die den Umgang mit der Preisinflation bzw. -Deflation während der Laufzeit eines Outsourcing-Verhältnisses regeln. Dadurch könnten Kunden während einer typischen Vertragslaufzeit von fünf bis sieben Jahren Beträge in Millionenhöhe verlieren.
TPI, das gilt es hier anzumerken, ist als Outsourcing-Beratungsunternehmen natürlich daran interessiert, dass Kunden zur philosophischen Erkenntnis "Ich weiss, dass ich nichts weiss" gelangen und externe Berater hinzuziehen. Trotzdem scheinen uns die Anmerkungen von TPI bedenkenswert.
TPI hat zur Berücksichtigung der Preisentwicklung in Langzeit-Outsourcing-Verträgen drei Hauptrichtlinien auf Lager. Erstens sollten Kunden untersuchen, welcher Anteil eines Outsourcing-Warenkorbs wahrscheinlich inflationären bzw. deflationären Entwicklungen unterliegen wird. Zweitens sollte ein geeigneter Index ausgewählt werden und drittens darauf auf den ersten beiden Punkten basierend eine flexible Regelung in den Vetrag eingebaut werden.
Zum ersten Punkt merkt TPI an, dass das Verhältnis von Lohnkosten zu Nichtlohnkosten bei der Kalkulation von Preisanpassungen oft eine grosse Rolle spiele. Ein angemessener Inflationsindex berücksichtige nicht nur realistische Inflationsraten für Arbeitskosten, sondern auch für Hardware, Anlagen und andere Faktoren.
Bei der Wahl des Indexes oder der Indizes, so TPI, sollte man sich am ehesten an die von Regierungen erarbeiteten Zahlen halten. Diese würden normalerweise regelmässiger und zuverlässiger veröffentlicht, als die Indizes von privaten Unternehmen. (In Bezug auf die Preisentwicklung bei IT-Produkten, sei es Hardware, Software oder Dienstleistungen, so scheint uns, dürften aber oft kaum offizielle und leicht zugängliche Zahlen von Behörden vorliegen.) (Hans Jörg Maron)

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