Verwaltungsräte von Schweizer ICT-Unternehmen trotz Corona zuversichtlich

24. August 2020, 13:51
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Die Pandemie bewirkt mehr Digitalisierung und dies bedeutet eine höhere Nachfrage, lautet die Überlegung.

Laut einer Umfrage, an der sich im Juli dieses Jahres 457 Schweizer Verwaltungsratsmitglieder aller Branchen beteiligten, sind diese pessimistisch, wenn es um die allgemeinen Konjunkturaussichten geht. 55% der befragten Verwaltungsratsmitglieder erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine Verschlechterung der Konjunktur und nur gerade 8% eine Verbesserung. 37% beurteilen die Aussichten als neutral. Die Aussichten in ihrer eigenen Branche werden von 33% als negativ, 50% als neutral und von 17% positiv eingeschätzt
Die Geschäftsaussichten für das eigene Unternehmen sehen die VRs allerdings deutlich optimistischer. Nur 23% der Befragten erwarten eine negative Entwicklung, 47% beurteilen die Aussichten als neutral und 30% erwarten sogar Wachstum.

ICT-Branche ist optimistischer

Die Studie wurde von der Vereinigung SwissVR zusammen mit dem Beratungsunternehmen Deloitte und der Hochschule Luzern durchgeführt. Gemäss den Autoren sind Verwaltungsräte aus der ICT-Branche im Schnitt deutlich optimistischer als die anderer Branchen. Eine knappe Mehrheit (53%) der VRs aus der ICT-Branche schätzt die eigenen Geschäftsaussichten mehrheitlich als positiv ein. Die Zuversicht der ICT-Branche beruhe stark auf dem Digitalisierungsschub, den Unternehmen im Zuge der Krise angestossen haben.
Dieser Digitalisierungsschub könnte auch noch weiter an Fahrt gewinnen, so zeigen die Antworten der Vertreter aller Branchen – also der Kunden der ICT-Unternehmen. 59% der befragten Verwaltungsratsmitglieder gaben an, dass die Coronakrise erlaubt habe, strategische Initiativen wie beispielsweise Digitalisierung oder Automatisierung mit Hochdruck voranzutreiben. In der Finanzdienstleistungsbranche (75%) und bei Grossunternehmen (65%) ist dabei das Momentum am höchsten.
Christoph Lengwiler, Dozent am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern und Vizepräsident von SwissVR kommentiert: "Wir haben gesehen, was in ausserordentlichen Zeiten möglich ist. Sowohl in der Politik … als auch in den Unternehmen wurden quasi über Nacht Lösungen realisiert, die in normalen Zeiten wohl Monate oder gar Jahre lang diskutiert worden wären."
Eine deutliche Mehrheit der befragten Verwaltungsratsmitglieder (88%) will die Digitalisierung nun auch weitertreiben, wobei dies allerdings bei Grossunternehmen häufiger ist als bei Kleinfirmen.
Die komplette Studie SwissVR Monitor kann kostenlos und ohne Angabe von persönlichen Daten heruntergeladen werden (PDF).

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