Videokonferenzen wie im Science-Fiction-Film.

23. Oktober 2006, 09:52
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Luxuriöse Videokonferenzen mit Cisco und anderen.

Luxuriöse Videokonferenzen mit Cisco und anderen.
Mit der herkömmlichen Vorstellung von "Videotelefonie", inklusive ruckelnden und unscharfen Bildern auf kleinen Bildschirmen, hat das nicht mehr viel zu tun: Mit der von Cisco gerade in den USA lancierten "TelePresence Meeting Solution" können die Konferenzteilnehmer, die über den Draht an einem Meeting mitmachen, gestochen scharf und in voller Lebensgrösse ins Konferenzzimmer gebracht werden.
Cisco ist dabei nicht der erste Hersteller, der ein System dieser Art lanciert. Konkurrenten auf dem Gebiet der High-end-Videokonferenzsysteme – heute oft unter dem Begriff "Telepresence" zusammengefasst – sind Unternehmen wie Teliris, Polycom, LifeSize Communications oder HP. Auch wenn mit HP bereits ein Grosskonzern vertreten ist: Durch den Markteintritt des Netzwerkriesen dürfte den heute bereits vorhandenen Möglichkeiten des Videoparlierens neue Aufmerksamkeit gewiss sein.
Cisco schafft diese zum Beispiel durch die inzwischen für Cisco bewährte Methode des "Product Placement": Nachdem der typische Klingelton der Cisco-IP-Telefone bereits den Soundtrack von "24" dominiert hat, wird das neue Konferenzsystem als "Technology Showcase" – hatte man da früher nicht ein anderes Wort dafür? – prominent in der Krimiserie "Vanished" platziert.
Ob das mit notorisch knappen Budgets gesegnete FBI sich die Systeme allerdings in der Realität leisten könnte? Die dafür benötigte Soft- und Hardware, inklusive Kameras, Mikrofone und hochauflösende 65-Zoll Plasmabildschirme hat ihren Preis: Die für Konferenzen mit bis zu 12 Teilnehmern (bis zu sechs pro Raum) konzipierte "TelePresence 3000"-Lösung mit drei Bildschirmen kostet mindestens rund 300'000 Dollar (US-Preis), das kleinere System "TelePresence" 1000 mit einem Bildschirm ist ab 79'000 Dollar zu haben.
Wenn die neue Technologie allerdings Videokonferenzen für die Teilnehmer befriedigender macht, als bisher, und sie dadurch vermehrt auf reale Meetings verzichten, könnten die eingesparten Flugkosten vor allem bei internationalen Unternehmen auch solche Anschaffungspreise schnell amortisieren. Cisco will dabei übrigens selbst vorangehen und weltweit rund hundert dieser Systeme in seinen Niederlassungen installieren.
Das eigentliche Hindernis allerdings sind momentan die fehlenden beziehungsweise teuren Netzwerkinfrastrukturen, die für solche Video-Systeme benötigt werden. Gemäss einer Schätzung von Marthin DeBeer, Chef der für neue Produktebereiche zuständigen Abteilung bei Cisco, haben gegenwärtig vielleicht 10 bis 15 Prozent der Cisco-Kunden die notwendigen Voraussetzungen.
Cisco dürfte das Ganze denn auch vor allem als eine Investition in einen zukünftigen Markt sehen, der boomen könnte, sobald Bandbreite für Unternehmensnetzwerke und die Systeme selbst noch billiger werden. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Cisco)

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