Videoserie soll Nachwuchs für die Schweizer ICT anlocken

16. Dezember 2020, 12:25
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Pro Juventute und Digitalswitzerland lancieren eine nationale Kampagne für MINT-Berufe. Sie beantworten unsere Fragen dazu teilweise.

Unter dem Motto "die Lösung bist du!” wollen Digitalswitzerland und Pro Juventute Jugendliche für MINT-Berufe "auf zugängliche Weise" interessieren. Dies melden die Partner.
Die Kampagne sei national und "wertebasiert" und soll auch Eltern und Bezugspersonen von Jugendlichen informieren und die Chancen des Berufsfelds aufzeigen.
Inhaltlich gesehen folgt das Konzept klassischen Verbands-Kommunikationsideen. Das Kernstück bilden rund 4-minütige Videoporträts von über 20 jungen Frauen und Männern, die einen MINT-Beruf gewählt haben. In Form einer Serie "soll gezeigt werden, was mit solchen Berufen alles möglich ist", heisst es zur Kampagne. Seitens Digitalswitzerland heisst es, es seien "dringend Fortschritte notwendig", wolle man den Fachkräftemangel bewältigen. "Die Kampagne möchte einen positiven und nachhaltigen Beitrag leisten."
Zu begutachen sind die Videos aktuell auf einer Unterseite von 147.ch, einer Beratungs-Website für Kinder und Jugendliche von Pro Juventute und auf Youtube.
Nun sind eine Website und Videos zwar hilfreich, aber was konkret heisst "nationale Dachkampagne"? Wir fragten Sophie Känzig, Marketing Director von Digitalswitzerland, der Nachfolgeorganisation von ICTswitzerland.
Welche Massnahmen sind konkret geplant, damit die Videos überhaupt angesehen werden?Sophie Känzig: Wir arbeiten mit Pro Juventute zusammen, der grössten Fachorganisation für Kinder und Jugendliche in der Schweiz,. Sie stehen via ihr Beratungsangebot 147 in Kontakt mit rund 600 Kindern und Jugendlichen täglich. Auch haben sie eine Elternberatung und erreichen via ihre Kanäle wie Newsletter, Website und Workshops in Schulen zahlreiche Eltern und auch Lehrpersonen.
Wir bespielen Kanäle wie TikTok und Snapchat für die Jugendlichen und Facebook und Linkedin für die Eltern. Zudem verschickt Pro Juventute einen Newsletter an Eltern und Lehrer, der über 10'000 Personen erreicht.
Wir werden im Laufe des Jahres 2021 weitere Videos der Kampagne hinzufügen.
Gibt es quantifizierbare Ziele und wie lauten diese? Falls es solche nicht gibt, wie finden Sie heraus, ob die Kampagne erfolgreich war?Klar. Wir haben kurzfristige Ziele in Bezug auf Video Views und Besucherzahlen sowie längerfristige Ziele, die etwas schwieriger zu messen sind. Wir wünschen uns natürlich eine steigende Anzahl an Ausbildungen und Studiengängen im Bereich MINT sowie ein steigendes Bewusstsein für ebensolche Berufe.
Wieviel Geld investieren Digitalswitzerland bzw. die Mitglieder in diese Kampagne nun, da die Videos da sind?Hierbei handelt es sich um eine Kooperation mit Pro Juventute. Zahlen dazu teilen wir nicht.
Die Kampagnenverantwortlichen halten fest, dass allein im ICT-Sektor bis Ende 2030 120'000 Expertinnen und Experten fehlen sollen. "Für den ganzen MINT-Bereich ist diese Zahl um ein Vielfaches höher."
Wer sich selbst ein Urteil bilden will, ob er in einigen Jahren auf mehr und qualifizierte Informatikerinnen und Informatiker hoffen darf, soll sich die ersten publizierten Videos und zugehörigen Informationen zu Gemüte führen. Die Informatik ist aktuell mit einem Game-Entwickler vertreten.

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