Viertes Quartal 2016 mit Startschwierigkeiten

15. November 2016, 15:42
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Minus 18 Prozent: So gross ist die kumulierte Lücke im Vergleich zu 2015. Dies zeigt der ICT-Reseller-Index der Disti-Vergleichplattform Concerto vom Oktober.

Minus 18 Prozent: So gross ist die kumulierte Lücke im Vergleich zu 2015. Dies zeigt der aktuelle ICT-Reseller-Index der Disti-Vergleichsplattform Concerto.
Mit nur 70 Punkten im Oktober beginnt das letzte Quartal 2016 eher müde und wenig euphorisch. Statt den Beginn eines Jahresendspurts können wir nur die Fortsetzung der schwachen Sommerlinie erkennen. Über das ganze ICT-Reseller-Sortiment wird die Lücke zum Vorjahr noch grösser und beträgt nun etwas mehr als minus 18 Prozent. Diese Entwicklung betrifft mehr oder weniger alle Sortimentsbereiche. Als Schlusslichter agieren hier Storage und Verbrauchsmaterial, die beide gut einen Drittel zum Vorjahr verlieren.
Als Marktbeobachter mit Fokus auf das Handelsstandbein der ICT-Reseller in der Schweiz fühle ich mich wie ein Sportreporter, der sein Fussball-Team nach 55 Minuten Spielzeit und einem Stand von 0:7 noch kommentieren muss.
Den Analysen der bisherigen ICT-Reports ist kaum noch etwas hinzuzufügen und die Ergebnisse in der nahen Zukunft leider unabwendbar.
ICT-Produkte, sowohl Hardware als auch Software, sind zurzeit kein Engpass. Konnten sich früher neue ICT-Hardware-Möglichkeiten mit neuen Software-Möglichkeiten gegenseitig hochschaukeln, so ist dieses Spiel seit einiger Zeit zu Ende.
IBM mit SAP, Intel mit Microsoft und alle anderen Hersteller in anderen Konstellationen haben lange von dieser scheinbaren Naturgesetzmässigkeit profitiert und verstehen nun nicht, wo es klemmt.
Überall wird von "Digitaler Transformation" gesprochen und eigentlich müssten die Verkäufe doch nur so brummen. Eine der Antworten auf diese Frage ist seit langem bekannt: Cloudbasierte und vernetzte ICT-Konzepte mit Standard-Apps brauchen weniger individuelle Hardware und Software in der Fläche.
Softthemen sind wichtiger als neue ICT-Systeme
Es gibt aber noch eine zweite Antwort, die sich erst langsam abzuzeichnen beginnt: Unternehmen und Organisationen stehen vor den Anforderungen einer digitalen, vernetzten Gesellschaft, arbeiten diese Thematik aber anders als erwartet ab.
Obwohl die heutige Technik die digitale Transformation erst möglich macht, sind in der jetzigen Phase neue ICT-Systeme nicht die wirksamsten Transformations-Enabler. Die lange missachteten Softthemen "Unternehmenskultur", "Mitarbeiterverhalten", "Wissen" und "Unternehmensprozesse" sind aktuell deutlich wirksamer für die nötige Veränderung. Es muss also erst der Mensch und die Organisation einen höheren Release-Stand meistern, bevor es Sinn macht, über eine neue Qualität bei den ICT-Systemen zu reden.
Reseller, die eine gute Beratung und Services mit Blick auf die Prozesse und den User anbieten, sind insgesamt weiter erfolgreich – nur eben nicht auf dem alten Standbein, dem "Handel". (Thomas Czekala)
Der Autor: Thomas Czekala ist Verwaltungsrat der ProSeller AG.
Zum ICT-Reseller-Index:
Der Index wird täglich ermittelt und einmal monatlich für den laufenden Monat fixiert. Er basiert auf den anonymisierten Suchaktivitäten der ICT-Reseller bei Verwendung der Concerto-Software-Suite und repräsentiert damit ein jährliches Einkaufsvolumen von ca. 1,5 Milliarden Franken bzw. rund 20'000 Abfragen pro Tag.

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