Virtualisierung - wie weiter?

16. Mai 2013, 05:39
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Die Serverlandschaften sind weitgehend virtualisiert. Wie es in den nächsten zwei Jahren weitergehen wird, wurde gestern am VMware Forum 2013 im Zürcher Kongresshaus diskutiert.

Die Serverlandschaften sind weitgehend virtualisiert. Wie es in den nächsten zwei Jahren weitergehen wird, wurde gestern am VMware Forum 2013 im Zürcher Kongresshaus diskutiert.
Inzwischen sind an der jährlichen Schweizer Hausmesse von VMware von den Storage-Herstellern über die Betreiber von Rechenzentren bis hin zu den Integratoren sowie den Security- und Konnektivitätsspezialisten zahlreiche namhafte Schweizer Anbieter vor Ort. Die Hausmesse ging diesmal im Kongresshaus Zürich über die Bühne und soll gemäss dem Veranstalter rund 550 Gäste angezogen haben.
Was kommt als nächstes?
Die Frage, wie es weitergeht mit der Virtualisierung, scheint den IT-Spezialisten unter den Nägeln zu brennen. Michael Wey etwa, IT-Spezialist bei der Energiesparte von Siemens Schweiz, war auf eigene Initiative angereist, um Ideen zu sammeln, welche Möglichkeiten kommende virtualisierte Systeme für die Energieversorger bieten könnten, wie er gegenüber inside-it.ch ausführte.
Konkrete Lösungen suchte auch Martin Bollmann, ICT Systems Engineer bei der Bibus Holding. Zunehmend seien von der Geschäftsleitung End-to-End-Lösungen gefordert, betonte er, und sprach damit insbesondere das Thema Provisionierung an, das VMware hier anhand der neuen Horizon Suite vorstellte. Dafür sammle er hier Anregungen, wohl wissend, dass nicht alle Vorträge des Forums gleich gehaltvoll seien. Zudem, so Bollmann weiter, könne er hier mit potentiellen künftigen Partnern ins Gespräch kommen.
Als Besucher war auch Stefan Leemann, Consulting Systems Engineer bei Avaya, präsent und ärgerte sich, nicht mit einem eigenen Stand vertreten zu sein. "Alle grossen Kunden sind hier", hielt er fest und keineswegs nur die Konkurrenz. Anfang Jahr habe man sich die Teilnahme als Aussteller noch überlegt, dann aber darauf verzichtet. Das sei ein Fehler gewesen, sagt Leemann weiter, das Verhältnis zwischen Kunden und Partnern stimme hier. Für ihn ist die Veranstaltung auch deshalb wichtig, weil mit dem Thema Software Defined Computing ein Komplex auf der Agenda stehe, der in den nächsten zwei Jahren immer wichtiger werde.
Das positive Feedback der Besucher erklärt sich Othmar Bienz, Director Alpine Region bei VMware, damit, dass man einmal mehr das gesamte "Ökosystem" vorstelle. Da die Novitäten bereits von den internationalen Veranstaltungen der letzten Monate bekannt seien, stünden in Zürich die praktischen Erfahrungen im Vordergrund. Während letztes Jahr noch Lizenzmodelle diskutiert werden mussten, könne man sich diesmal auf die Inhalte von drei wichtigen Zukunftsthemen fokussieren: Software Defined Computing mit seinen stark automatisierten neuen Bereitstellungsmechanismen von Ressourcen, die Hybrid-Cloud, mit der die Grenzen der Rechenzentren verschwinden – Bienz sprach vom "Datacenter on demand" - und all die Infrastruktur-Veränderungen, die mit der zunehmenden Mobilität einhergehen.
Anforderungen aus dem Business heraus
Besondere Aufmerksamkeit kam denn auch der Vorstellung von zwei Projekten zu, die vom Systemintegrator Bechtle umgesetzt wurden. Zum einen hat der weltweit tätige Maschinenbauer Gallus seine Erfahrungen mit der Desktop-Virtualisierung auf Basis von Horizon-View respektive dem neuen Horizon-Mirage vorgestellt. Ausserdem berichtete Coop von seinem Rückgriff auf das vCenter Operations Management, womit sich in verschiedenen Szenarien unter anderem Service-Level oder Konfigurations-Compliances in virtuellen und Cloud-Umgebungen sicherstellen lassen.
Grundsätzlich diskutierten die Besucher der Hausmesse, was in Sachen Virtualisierung nun ansteht. Nachdem rund 50 Prozent der Kunden, wie etwa Magda von Keresztes von Hirt Informatik sagte, ihre Server virtualisiert hätten, gehe es nun um neue Bereiche. Zwar bestünde gerade im KMU-Sektor noch Erklärungsbedarf, doch ansonsten wollten die Kunden jetzt wissen, was in den nächsten zwei Jahren anstehe. Neben der Desktopvirtualisierung, die man hier bei Hirt anspricht, ging es am Forum aber auch um Themen wie BYOD (bring your own device), über das zwar viel geredet werde, das man aber noch nicht wirklich im Griff habe, wie Avaya-Mann Leemann die End-to-End-Problematik ansprach.
Hinter all den Ansprüchen, die Besucher und Aussteller am diesjährigen VMware Forum diskutierten, sieht Bienz einen generellen Trend: "Nicht mehr Technologie-Probleme stehen im Vordergrund, sondern die wachsenden Anforderungen aus dem Business heraus". (Volker Richert)

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