Virtualisierungswelle schwappt über Europa

7. Juli 2008, 12:51
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In Europa dürfte dieses Jahr bereits mehr als die Hälfte aller neu gekauften Server für virtualisierte Umgebungen bestimmt sein. Wenn es Hindernisse gibt, sind es mangelnde Expertise und Lizenzprobleme.

In Europa dürfte dieses Jahr bereits mehr als die Hälfte aller neu gekauften Server für virtualisierte Umgebungen bestimmt sein. Wenn es Hindernisse gibt, sind es mangelnde Expertise und Lizenzprobleme.
Während IT-Abteilungen bei der Übernahme von neuen Technologien meist eher konservativ sind, verbreitet sich die Virtualisierung von Servern mit schon beinah unheimlichem Tempo. Und nachdem zuerst US-Unternehmen die Vorreiterrolle spielten, befindet sich nun auch Europa voll in der Virtualisierungswelle. Das Marktforschungsinstitut IDC redet sogar von einer "Explosion" der Verbreitung in den lezten rund zwei Jahren.
Gemäss IDC wurden 2007 bereits rund 35 Prozent der neu eingekauften Server virtualisiert, und dieses Jahr werden es mit 54 Prozent bereits mehr als die Hälfte sein. Bis Ende nächstes Jahr dürfte auch die Zahl der Unternehmen, die noch gar keine Server virtualisiert haben, um rund die Hälfte schrumpfen: 54 Prozent dieser Unternehmen, so IDC, wollen bis in 18 Monaten ihr erstes Virtualisierungsprojekt gestartet haben.
Einige Anwender würden die Virtualisierung ihrer Serverlandschaften sogar gerne noch schneller vorantreiben, als sie es in der Realität können. Als Bremsklötze werden hauptsächlich mangelnde Expertise im Unternehmen sowie die Lizenzbestimmungen der Hersteller der Anwendungen genannt, die man gerne virtualisieren möchte. Nicht an die neuen Gegebenheiten angepasste Lizenzklauseln können bei Virtualisierungen zu grossen Kostensteigerungen führen.
Gemäss IDC setzen nicht nur Grossunternehmen sondern auch immer mehr kleinere Unternehmen Virtualisierung ein. Neben der Menge der Anwender steigt auch der Anwendungsgrad in den einzelnen Unternehmen. Virtualisierung wird für eine grössere Zahl von Applikationen eingesetzt, als bisher. Obwohl es zudem bei der Mehrheit der Projekte weiterhin um die Netzwerkserver sowie Test- und Entwicklungsplattformen geht, werden zudem auch zunehmend x86-Server für Business-kritische Applikationen virtualisisert.
Unter den Technologie-Anbietern ist VMware der klare Überflieger: 82 Prozent der Unternehmen, die virtualisiseren, setzen dafür unter anderem VMware-Produkte ein. Virtualisierungstools von Microsoft sind bisher bei 13 Prozent im Einsatz und verschiedene Unix- und Mainframe-Technologien bei 14 Prozent. Obwohl nun die Marketingpower von Citrix dahintersteht, verwenden dagegen nur 3 Prozent der von IDC befragten Unternehmen Xen als Virtualisierungsplattform. (Hans Jörg Maron)

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