Virtuelle Assistenten werden rasch wichtiger

27. Dezember 2016, 12:50
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Die Beliebtheit von virtuellen persönlichen Assistenten (VPA) wird rasant steigen.

Die Beliebtheit von virtuellen persönlichen Assistenten (VPA) wird rasant steigen. Einer Prognose des Marktforschers Gartner zufolge werden bereits in drei Jahren rund 20 Prozent aller Interaktionen mit einem Smartphone über einen VPA laufen. Eine Befragung in den USA, Grossbritannien und in China unter rund 3000 Smartphone-Besitzern hat gezeigt, dass bereits jetzt 37 Prozent der Teilnehmer mehr als einmal täglich einen VPA verwenden. Derzeit führen Apples Siri und Google Now den Markt der virtuellen Assistenten an.
Neue Funktionen, insbesondere die Integration von Business-Services und der Support von weiteren Sprachen, werden zur Beliebtheit und verbreiteten Nutzung von VPAs beitragen, schreibt Gartner. Heute führen die smarten Assistenten einfache Tätigkeiten aus, wie den Wecker zu stellen oder Infos aus dem Internet zu holen. Schon bald aber werden die Systeme fähig sein, komplexere Aufgaben zu erledigen. Als Beispiel nennt Gartner, dass die VPAs basierend auf der Vergangenheit und dem Kontext Transaktionen ausführen können.
Auch der Handel wird im VPA-Markt eine bedeutende Rolle haben, so Gartner weiter. Schon jetzt ermögliche etwa Facebook, über den Messenger Einkäufe bei Händlern zu erledigen oder ein Uber-Auto zu bestellen. Microsoft hat Cortana in Skype integriert, wodurch Nutzer mit dem Assistenten chatten können. Cortana übernimmt die Interaktion mit der Drittpartei und ermögliche es so, beispielsweise einen Flug oder ein Hotel zu buchen.
WeChat, der chinesische WhatsApp-Konkurrent, generiert über eine Milliarde Dollar Umsatz, indem den 440 Millionen Nutzern ein "All-in-One"-Produkt geboten werde – Rechnungen zahlen, Taxi rufen oder einkaufen. All dies ist mit einer Chat-App möglich.
In Sachen VPA sei China derzeit der reifste Markt. Die wachsende Dominanz von Messaging-Plattformen wirke sich auf den traditionellen App-Markt aus, der in China stagniere.
Gesten- und Stimmsteuerung
Neben der Chat-Funktion wird laut Gartner bei den VPAs auch die Stimme und Gestik immer mehr im Zentrum stehen. Im Jahr 2020 werden 1,3 Milliarden Wearables und 5,7 Milliarden andere Consumer-IoT-Geräte im Umlauf sein. Ein bemerkenswerter Anteil dieser werde so designt sein, dass für die Interaktion mit dem Gerät keine Berührung nötig sein wird.
Statt die Geräte via Touch-Funktion zu bedienen, werden die Stimme, Biometrische-Daten, Bewegung und Gesten immer wichtiger, schreibt Gartner weiter. Systeme, die natürliche Sprache verstehen, werden immer ausgereifter. "Um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, müssen Hardwarehersteller mit Entwicklern von VPAs sowie Experten für Machine Learning und Sprachverständnis (Natural Language Processing) zusammenarbeiten. (kjo)

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