Visa und Mastercard überdenken Beteiligung an Libra

2. Oktober 2019, 09:28
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Prominente Finanzpartner von Facebook haben sich geweigert, die Pläne des US-Konzerns zum Aufbau der Kryptowährung Libra offen zu unterstützen.

Prominente Finanzpartner von Facebook haben sich geweigert, die Pläne des US-Konzerns zum Aufbau der Kryptowährung Libra offen zu unterstützen. Zu den Konzernen gehörten Visa und Mastercard.
Dies berichtete das 'Wall Street Journal' unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Sie wollten nicht die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden auf sich ziehen und könnten ihre Beteiligung an dem Projekt überdenken. Nach Informationen des Finanzdienstes 'Bloomberg' sind auch die Online-Bezahldienste PayPal und Stripe wegen des regulatorischen Gegenwinds inzwischen unentschlossen.
Für Donnerstag sei ein Treffen der Dachorganisation Libra Association in Washington geplant, hiess es weiter. Stellungnahmen der genannten Unternehmen lagen zunächst nicht vor. Ohne ein Netzwerk von Finanzpartnern, das helfen könnte, Währungen in Libra zu transferieren, wäre die Reichweite und Akzeptanz als Zahlungsmittel von Libra begrenzt.
SIF und FINMA stehen positiv zu Libra
Facebook wollte ursprünglich die geplante Digitalwährung im kommenden Jahr einführen. Allerdings stellen sich insbesondere Deutschland und Frankreich dagegen. So sagte der Chef der Libra Association, Bertrand Perez, dass die Einführung der Währung wegen der Bedenken verschoben werden könnte.
Nach Auffassung des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) passt Libra in den Schweizer Regulierungsrahmen. Als unverzichtbar bezeichnet das SIF jedoch ein international koordiniertes Vorgehen. Das Schweizer Dispositiv zur Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung sei technologieneutral und auf Krypto-Vermögenswerte anwendbar, erklärte das SIF in einer Stellungnahme. In Anbetracht der globalen Tragweite des Projekts Libra sei aber eine internationale Koordination unabdingbar.
Auch Finma-Direktor Mark Branson sieht in Libra keine Gefahr. An einem Bloomberg-Event in Zürich sagte er gemäss 'Reuters': "Ich bin viel nervöser gegenüber Projekten, die sich in einer dunklen Ecke des Finanzsystems entwickeln, sich im Cyberspace ausbreiten und eines Tages zu gross sind, um gestoppt zu werden. Libra ist etwas, das transparent gemacht wird." (paz/Keystone-sda)

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