Vista bringt nix, findet britische Schulbehörde

14. Januar 2008, 11:06
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Britische Schulen sollen nur in Ausnahmefällen auf Windows Vista und schon gar nicht auf Office 2007 migrieren, rät die British Educational Communications and Technology Agency (Becta) in einem ausführlichen Papier.

Britische Schulen sollen nur in Ausnahmefällen auf Windows Vista und schon gar nicht auf Office 2007 migrieren, rät die British Educational Communications and Technology Agency (Becta) in einem ausführlichen Papier.
Die Becta (British Educational Communications and Technology Agency), die in Grossbritannien für die Förderung von ICT in allen staatlichen Schulen und Bildungsinstitutionen zuständig ist, hat in einem umfangreichen Papier Empfehlung bezüglich der Migration auf Windows Vista und Office 2007 ausgearbeitet. Das Urteil der Microsoft-kritischen Agentur
Vista stabil, aber ohne Nutzen und teuer
Becta anerkennt in der Untersuchung durchaus, dass Windows Vista ein zuverlässiges Betriebssystem ist. Die Agentur findet aber keinen Business Case, der die Migration auf Vista rechtfertigen würde. Becta stellt insbesonders fest, dass nur etwa 22 Prozent aller PCs in britischen Schulen für den effizienten Betrieb des neuen Betriebssystems geeignet wären. Becta glaubt, dass die Migration aller PCs in britischen Schulen auf Windows Vista etwa 175 Millionen Pfund (etwa 370 Millionen Franken) kosten würde. Ein Drittel davon würden in Form von Microsoft-Lizenzen anfallen.
Einzig, wenn eine Bildungsinstitution eine komplett neue ICT-Umgebung anvisiere, könne Vista evaluiert werden, heisst es in dem 40-seitigen Papier.
Office 2007 kommt noch schlechter weg
Die neue Büro-Suite Office 2007 von Microsoft kommt bei der einflussreichen britischen Behörde noch schlechter weg. Becta warnt vor Kompatibilitätsproblemen mit Office 2007, da Dokumente in den neuen Programmversionen standardmässig im Format ooXML gespeichert werden. Dieses könne zu Inkompatibilitäten zwischen der Schule und den Heim-PCs und zu neuen, unnötigen Komplexitäten führen. Becta empfiehlt Microsoft dringend, das von der ISO als Standard anerkannte Dokumentenformat ODF (Open Document Format) standardmässig ("out of the box") zu unterstützen. Dies ist heute nicht der Fall. Falls Schulen doch Office 2007 einsetzten, so sollen sie alle Dokumenten in den "alten" Microsoft-Formaten (.doc, .xls, .ppt etc.) speichern. Becta warnt sogar davor, kostenlose Versuchsversionen von Office 2007 einzusetzen.
Grundsätzlich - so Becta - sollten alle Schulen bei der Evaluation von Büro-Software darauf achten, dass diese ODF vollständig und als Voreinstellung unterstützt.
Anzumerken ist, dass Becta seit längerem ODF und Alternativprodukte zu Microsoft auch aus "politischen" Gründen (Wahlfreiheit) befürwortet. (Christoph Hugenschmidt)
Der 40-seitige Bericht, "Microsoft Vista and Office 2007, Final report with recommondations on adaption, deployment and interoperability", kann kostenlos von der Webseite von Becta heruntergeladen werden.

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