Vista-Einführung bei der Stadt Zürich sorgt weiter für Diskussionen

5. Januar 2011, 10:54
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Auch die Umstellung der letzten 4000 PCs auf Windows Vista in der Stadtverwaltung Zürich gerät wieder in die Kritik.

Auch die Umstellung der letzten 4000 PCs auf Windows Vista in der Stadtverwaltung Zürich gerät wieder in die Kritik.
Mit dem Zugang von Daniel Heinzmann, der seit Anfang 2007 das Ruder bei der OIZ (Organisation und Informatik) der Stadt Zürich in der Hand hat, bekam die Stadt Zürich erstmals eine IT-Strategie. Unter anderem sollte der "wilde Zoo" unterschiedlicher Betriebssyteme von diversen Mac OS über Windows 3.11 bis zu XP vereinheitlicht und alle rund 15'000 PC-Arbeitsplätze auf Windows Vista migriert werden. Dagegen regte sich allerdings schon früh Widerstand. Zumal man so auch Umstellungskosten und Lizenzgebühren einsparen könne.
Inzwischen ist das Migrations-Projekt auf das veraltete Vista aber weit fortgeschritten und in diesem Jahr sollen die letzten rund 4000 Geräte migriert werden, wie Heinzmann heute gegenüber dem 'Tages-Anzeiger' erklärte. Dass Heinzmann daran festhält, begründet er mit zusätzlichen Kosten, würde man auf die neuere Version wechseln.
Dass bereist 2008 der Gemeinderat mit 112 zu 0 Stimmen vom Stadtrat einen Marschhalt bei der Softwarebeschaffung gewünscht hatte, wird dabei allerdings ausgeblendet. Ebenso, dass inzwischen ohnehin 6000 Arbeitsplätze in der separaten Schul-IT mit der Nachfolgesoftware werkeln und Zürich noch dieses Jahr zwischen Windows 7, Linux- und Apple-Lösungen als neues Betriebssystem für 2012 entscheiden wird, wie der 'Tages-Anzeiger' schreibt. Es sei unverständlich, wenn die Zürcher Stadtverwaltung trotz aller Einwände dennoch 4000 weitere PC-Arbeitsplätze mit dem umstrittenen Betriebssystem aufrüste. Immerhin seien bisher schon 12,8 Millionen Franken für die Harmonisierung ausgegeben worden.
Die Stadt Zürich kümmere das wenig, meint der 'Tagi'. Sie habe sich 2007 auf Vista festgelegt – und halte trotz des politischen Widerstands eisern daran fest. Und sogar die ursprünglich von der Umstellung ausgenommenen Arbeitsplätze mit stark erhöhten Sicherheitsanforderungen wie Spitäler, Polizei und Feuerwehr sollen nun einen IT-Standard-Arbeitsplatz erhalten.
Für Heinzmann gilt der einheitlichen Vista-Arbeitsplatz als wichtigstes Ziel der Zürcher IT-Strategie, wie er gegenüber der Zürcher Tageszeitung festhält. Mehrere hundert Millionen kostet sie die Stadt insgesamt, geht allerdings weit über die Umstellung auf Vista hinaus.
Dass man trotz eines früheren Beschlusses eine IT-Strategie zumindest bei Teilen wie der Migration von Betriebssystemen flexibel anpassen kann, hat vor rund einem Jahr der Bund bewiesen. Die 2007 beschlossene Standardisierung wird die Umstellung von den ersten zwei Bundesämtern abgeschlossen sein. Allerdings verursachte dieser Entscheid dem Bund in der Tat Mehrkosten von fünf Millionen Franken. (vri)

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