VMware-Chefin Greene wurde von EMC gefeuert

9. Juli 2008, 08:18
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Zu wenig Erfahrung mit einem Grossunternehmen, fanden die EMC-Verantwortlichen.

Zu wenig Erfahrung mit einem Grossunternehmen, fanden die EMC-Verantwortlichen.
Die gestern überraschend zurückgetretene VMware-Chefin Diane Greene ist auf Druck des von EMC-Vetretern dominierten VMware-Verwaltungsrats gegangen, wie sich inzwischen herauskristallisiert. EMC-CEO Joe Tucci erklärte gegenüber der US-Presse, dass der Verwaltungsrat von VMware glaube, dass Diane Greene zu wenig Erfahrung habe, um weiterhin ein Unternehmen zu leiten, dass dieses Jahr wahrscheinlich bereits mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz erzielen werde. Greene habe "ein grossartiges Unternehmen geschaffen" aber der Verwaltungsrat habe beschlossen, dass es nun an der Zeit sei, jemanden an die Spitze zu bringen, der die nötige Erfahrung habe, um den Umsatz weiter zu vervielfachen. Der Verwaltungsrat habe Greene als Ersatz für ihren Posten als CEO und President eine andere "sehr aktive Rolle" im Unternehmen angeboten, was sie aber abgelehnt habe.
EMC hat den Virtualisierungspezialisten 2003 übernommen und besitzt nach dem Teilbörsengang von VMware im letzten Jahr noch 85 Prozent der Aktien. Joe Tucci ist Verwaltungsratspräsident von VMware. Als Nachfolger von Greene wurde, wie wir bereits gestern berichteten, der langjährige Microsoft-Mitarbeiter Paul Maritz bestimmt, der seit 2003 für EMC arbeitet.
Wie das 'Wall Street Journal' schreibt, war Diane Greene, die VMware 1998 zusammen mit ihrem Ehemann gegründet hatte, 2003 nicht mit der Übernahme durch EMC einverstanden, sei aber von den anderen Aktionären überstimmt worden. Auch in ihrer späteren Tätigkeit als CEO habe sie immer auf die Eigenständigkeit von VMware und eine gewisse Distanz zur Mutterfirma EMC gepocht. Alles in allem sei ihre Beziehung zu den EMC-Leuten daher nicht immer harmonisch gewesen.
Eine vom Greenes Massnahmen war es, zu verbieten, dass VMware-Verkäufer bei Kundenbesuchen von EMC-Verkäufern begleitet werden. Greene wollte dadurch eine Gefährdung der Beziehungen von VMware zu Partnern wie IBM oder HP, die ihrerseits Teilkonkurrenten von EMC sind, verhindern.
Joe Tucci beeilte sich nun zu erklären, dass EMC auch nach dem Abtritt von Greene nicht vorhabe, sich dauernd einzumischen und die Distanz zu VMware aufrecht erhalten wolle. Er wolle nun persönlich mit IBM-Chef Sam Palmisano und HP-Chef Mark Hurd Kontakt aufnehmen, um ihnen dies zu versichern. (Hans Jörg Maron)

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