VMware kommt bald mit eigener Blockchain-Lösung

1. Oktober 2020, 14:29
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An der VMworld gab es ein Update zum Referenz-Case der australischen Wertpapierbörse und ein paar Infos zur VMware-Plattform.

Die australische Wertpapierbörse (ASX) setzen zusammen mit dem DLT-Startup Digital Asset (DA) und VMware Blockchain-Initiativen um. Im Rahmen der VMworld äusserten sich Beteiligte zum Stand der Dinge seit Bekanntgabe der Partnerschaft vor rund einem Jahr.
Die DLT-Lösung soll das 26-jährige und veralteten Clearing- und Abwicklungssystem CHESS ersetzen, dass noch in Kobol geschrieben ist, und viel manuelle Arbeit benötigt. Stattdessen will man künftig automatisierte und vereinfachte Mehrparteien-Workflows sicher und rechtskonform mit DLT bewältigen.
Skalierbarkeit und Performanz seien weitere kritische Aspekte des Vorhabens, erklärte Dan Chesterman, CIO von ASX, an der Diskussion. Die Corona-Pandemie habe den Wechselbedarf noch verdeutlicht, habe man doch im März Rekordzahlen an Trades bewältigen müssen. Auf der andern Seite ist es ein grosses Vorhaben hielt, er fest. "Solche Entscheide trifft man selten", so Chesterman.
Das neue System, das CHESS ersetzen soll, werde in Phasen innerhalb seiner Kundenentwicklungsumgebung eingeführt. Zum Zeitplan liess man sich nicht konkret verlauten, initial war von März/April 2021 gesprochen worden.
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Visualierung des Grobkonzepts
DA und VMware arbeiten zusammen, um Anwendungen unter Verwendung der Digital Asset Modeling Language (DAML) des Startups, einer Programmiersprache zur Erstellung verteilter Anwendungen, zu entwickeln.
Yuval Rooz, Co-Gründer und CEO von DA sprach von "wichtigen Applikationen in einem wichtigen Business". Für solche Use Cases habe man in den letzten 6 Jahren DAML entwickelt.
Das Flagship-Projekt ist dabei anders aufgesetzt, als andere DLT-Vorhaben, nämlich zentralisiert: Nur ASX schreibt in das Ledger.
Auf Enterprise-Stufe benötige es VMware, um ein solches Vorhaben zu bewältigen, zeigte sich VMware CTO Greg Lavender überzeugt. Es gehe um hunderte von Nodes und Large-Scale-Deployment in der nötigen Sicherheit.
VMware arbeite seit 4 Jahren an DLT-Lösungen und fokussiere speziell auf die Finanzindustrie.
Lavender kündigte den ersten Release der VMware-Blockchain-Plattform Project Concord BFT "in einigen Wochen" an. Diese soll die digitale Grundlage auf Enterprise-Niveau für geschäftskritische Mehrparteien-Prozesse sein.
Aus einer weiteren Session ging hervor, dass VMware insbesondere die Abwicklung und Clearing von Rückkaufsvereinbarungen (Repos) für erfolgversprechend hält. Innovationen habe man insbesondere in Fragen der "State Machine Replication" zu bieten. Zudem könnten Kunden unabhängig verifizieren und kryptografisch beweisen, dass sie über korrekte Daten verfügen. Nicht zuletzt werde man in Sachen Skalierbarkeit und Performance Innovation bieten zu haben. Day2 Operations für geschäftskritische Use Cases fallen in dasselbe Kapitel. Details aber sollen noch nicht publik werden.
Von inside-channels.ch auf die aktuelle Bedeutung der Blockchain-Plattform im Schweizer Business angesprochen, erwiderte ein Schweizer VMware-Vertreter, es würden erste Gespräche stattfinden, aber einen Referenz-Case gebe es noch nicht.

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