VMware lanciert virtual SAN und wird Desktop-as-a-Service-Provider

13. März 2014, 16:27
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Der Virtualisierungsspezialist drängt in neue Geschäftsbereiche.

Der Virtualisierungsspezialist drängt in neue Geschäftsbereiche.
VMware hat zwei strategisch bedeutsame Produkte lanciert, mit denen der Virtualisierungsspezialist in neue Bereiche eindringen will. Einerseits fischt die EMC-Tochter damit in den Teichen der klassischen Storage-Hersteller, und andererseits werden gegenwärtige und künftige Desktop-as-a-Service-Provider tangiert.
Heute hat VMware bekannt gegeben, dass sein im letzten August angekündigtesneues Produkt "Virtual SAN" nun allgemein erhältlich ist. Durch Virtual SAN können direkt an einzelne x86-Server angehängte Speicherkapazitäten, sogenanntes "Direct Attached Storage" (DAS), zu virtuellem Netzwerkspeicher zusammengefasst werden. Virtual SAN ist für virtualisierte Serverumgebungen konzipiert und stark in VMwares vSphere-Management-Software integriert. Virtual SAN kann so laut VMware mit wenigen Klicks direkt im vSphere-Webclient konfiguriert werden.
VMware gibt für Virtual SAN einen Richtpreis von 2495 Dollar pro Server an. Die Software läuft auf Servern aller Hersteller. VMware hat dazu eine Hardware-Kompatibilitätsliste veröffenlticht. Diese beinhaltet gegenwärtig 13 vollständig validierte Serverkonfigurationen ("Virtual SAN Ready
Nodes") sowie 150 zertifizierte Komponenten für andere Serverkonfigurationen.
DaaS: VMware schlägt Amazon
Schon vor zwei Tagen hat VMware auch sein neues "Horizon"-Desktop-as-a-Service-Angebot lanciert. Vorerst ist es zwar nur für Kunden in den USA erhältlich, noch in diesem Jahr soll der Service aber auch weltweit angeboten werden.
Laut VMware ist Horizon-DaaS der erste echte "hybride" DaaS-Service auf dem Markt. Kunden, die "Horizon View"-Windows-Desktops in einer privaten Cloud betreiben, können diese einfach um Cloud-Desktops ergänzen. Sowohl die selbst betriebenen virtuellen Desktops als auch die von VMware bezogenen Cloud-Desktops werden in der gleichen Management-Software verwaltet. Dies könnte unter anderem für Unternehmen attraktiv sein, die schnell Arbeitsplätze für zusätzliche Mobilgeräte anbieten wollen. Kunden können sich aber auch für eine reine DaaS-Lösung ohne eigene Infrastruktur entscheiden, oder die Horizon-Infrastruktur komplett selbst betreiben.
Obwohl VMware damit zum DaaS-Provider wird, sollen Partner beim Vertrieb eine wichtige Rolle behalten. Diese sollen die Cloud-Desktops genau gleich als Standardpakete verkaufen können, wie andere Desktopvirtualisierungssoftware von VMware. Auch die Geschäftsbeziehung zu Kunden soll dabei bei den Partnern bleiben.
Auf Horizon-DaaS-Desktops kann sowohl mit Desktops und Laptops als auch über Chromebooks, Thin Clients sowie Tablets und Smartphones mit Android oder iOS zugegriffen werden. Als Betriebssystem für die virtuellen Desktops sind Windows XP, Windows 7 und Windows 8 möglich. Diese können sowohl als volle Windows-Clients als auch als Windows-Server-Desktops oder Remote Desktop Services zur Verfügung gestellt werden.
In der US-Presse wird der jetzige Launch von Horizon DaaS vor allem als Sieg von VMware über Amazon wahrgenommen. Amazon hat zwar vor vier Monaten einen entsprechenden Cloud-Desktop-Service namens "WorkSpaces" angekündigt, diesen aber bisher noch nicht lanciert. Ein Indiz dafür, dass VMware und Amazon im DaaS-Geschäft zu direkten Konkurreten werden, ist auch der Preis: Horizon DaaS kostet in den USA ab 35 Dollar pro Monat und User. Das ist genau der gleiche - vergleichsweise ziemlich tiefe - Preis, den auch Amazon für seine WorkSpaces angekündigt hat. (hjm)

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