VMworld: Virtualisierung als Hoffnungsträger in der Krise

23. Februar 2009, 16:28
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Partner University und Hoffnung. Wenige Ankündigungen aber gute Stimmung an der Partner- und Kundenkonferenz von VMworld in Cannes.

Partner University und Hoffnung. Wenige Ankündigungen aber gute Stimmung an der Partner- und Kundenkonferenz von VMworld in Cannes.
Mit der Orts- und Terminwahl für seine VMworld Europe 2009 hat VMware ein gutes Händchen: Eine teilweise steife aber laue Brise und Sonnenschein über dem tatsächlich azurblauen Meer hier in Cannes verbreiten unter den kälte-, und schneegeplagten Besuchern aus ganz Europa Frühlingsgefühle. Die kann die Branche gut gebrauchen. Ein grosser Teil der anwesenden VMware-Partner fragt sich immer noch bang, wie hart sie von der Krise getroffen werden, und wie lange diese dauert.
Und allgemein gehen die rund 1500 am heutigen Partnertag anwesenden Branchenvertreter aus ganz Europa auch, wie unsere Gespräche bisher zeigten, einig mit der Hauptbotschaft, die VMware hier vermitteln will: Virtualisierungstechnologie ist auch in der Krise ein grosser Hoffnungsträger als Umsatztreiber für die Branche. Umso mehr als in konkreten Virtualisierungsprojekten an jeden eigentlichen Franken für die eigentliche Virtualisierungssoftware ein mehrfaches an Investitionen in zusätzliche Technologie sowie Services angehängt ist – von Servern über Storage, Verfügbarkeit, Security- und Compliance bis zum Systemmanagement.
Mit dieser Feststellung dürften auch VMware-Konkurrenten wie Citrix, Microsoft usw. einverstanden sein. Darüber hinaus möchte VMware aber natürlich vor allem die Vorzüge der eigenen Produktpalette hervorheben. Der zunehmend mit Gratissoftware lockenden Konkurrenz hält VMware beispielsweise entgegen, dass man, alle Kosten mitgerechnet, mit VMware pro virtuelle Maschine immer noch billiger fahre.
"Rechenzentrums-OS" heisst vSphere
Ausserdem, so eine weitere zentrale Botschaft von VMware an seine Partner, wurde das Produktspektrum in letzter Zeit vom Serverbereich sozusagen in "beide Richtungen" ausgebaut, auf PCs und Thin Clients (VMware "View") und das Management von ganzen Rechenzentren. Die Softwaresuite für letzteres, das von VMware im letzten Herbst angekündigte "Virtual Datacenter Operating System" beziehungsweise "VDC-OS" wird in Zukunft übrigens "vSphere" heissen, wie VMware-CEO Paul Maritz heute morgen in seiner Keynote bekannt gab.
Sowohl Rechenzentrenmanagement als auch virtuelle Desktops, so legte Maritz den Anwesenden ans Herz, sollen in Zukunft lukrative Geschäftsgebiete sowohl für das Softwareunternehmen selbst als auch für seine Reseller werden, und sollten daher bei den Verkaufsanstrengungen stärker berücksichtigt werden.
Ausildungsinitiative
Virtualisierung ist immer noch ein Gebiet, das IT-Dienstleistern einiges an Know-how abfordert. Um den "Wissenstransfer" an seine Partner zu verbessern, hat VMware die neue Ausbildungsplattform "Partner University" geschaffen.
Die Partner University soll VMware-Partnern eine "unkomplizierte Möglichkeit" geben, ihre Virtualisierungsexpertise zu entwickeln und anerkannte Zeugnisse und Zertifizierungen zu erhalten. Die Plattform ist nach verschiedenen strategischen Lösungsbereichen aufgegliedert. Zudem bietet sie rollenbasierte Tracks und Ausbildungsmodule für Vertriebs-, Pre-Sales- und Post-Sales-Mitarbeiter.
Wie uns Hans Jürgen Kühlewein, Chef der Partnerorganisation für die Schweiz, Deutschland und Österreich erklärte, wird das bestehende Trainingsangebot durch diesen "virtuelle Campus" erweitert und vereinheitlicht, was insbesondere die in den letzten Jahren neu hinzugekommenen Lösungsbereiche betreffe. Die Aktivitäten der Trainigspartner (VMware Authorized Training Centers, VATCs) würden davon aber nicht tangiert und unverändert fortgeführt.
Partnerrekrutierung "sozusagen abgeschlossen"
In den letzten Jahren hat VMware Jahr für Jahr viele neue Partner rekrutiert. In den letzten 15 Monaten ist so vor allem noch einmal eine sehr grosse Menge von Partnern der Stufe "Professional", welche hauptsächlich den KMU-Markt bearbeiten, hinzugekommen.
Die Marktdurchdringung von VMware (und auch von anderen Virtualisierungsanbietern) ist im KMU-Bereich noch wesentlich tiefer, als bei Grossunternehmen. Trotzdem sei die Rekrutierung von neuen Partnern, erklärt Kühlewein, nun im Prinzip abgeschlossen. Zwar könnten sich noch Partner anmelden, aber proaktiv suche man nicht mehr.
Stattdessen, so Kühlewein, steht nun verstärkt der Wissenstransfer zu diesen Partnern im Vordergrund, um die Geschäfte im KMU-Bereich anzukurbeln. Speziell dafür, so hofft er, soll die Partner University ein gutes Mittel sein. (Hans Jörg Maron)
(Foto: Nicht von heute, aber repräsentativ. Copyright surfstyle, Creative Commons)

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