Volkszählung: Kantone beginnen mit Datenlieferung

15. April 2010, 14:04
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Kanton Luzern mit Elca produktiv. Schaffhausen und Uri mit Bedag.

Kanton Luzern mit Elca produktiv. Schaffhausen und Uri mit Bedag.
Der Kanton Luzern wird noch in diesem Monat erste Daten über die neue "sedex"-Datendrehscheibe des Bundes an das Bundesamt für Statistik (BFS) liefern. Ziel der Datensammlung ist, die Volkszählung ab diesem Jahr nicht mehr mittels Umfragen, sondern direkt mit Hilfe der Daten aus den Registern der Gemeinden durchzuführen. Laut Registerharmonisierungsgesetz des Bundes sind die Kantone vierteljährlich zur Lieferung der Daten der Einwohnerregister an das BFS verpflichtet.
Die vom Softwarehersteller und Systemintegrator Elca umgesetzte Integration der Registersysteme für den Kanton Luzern sei "auf gutem Kurs und schon auf der Zielgeraden", teilt Elca mit. Die Pilotierung aller Teillösungen sowie die Anbindung der Gemeindesysteme für das kantonale Einwohnerregister seien erfolgreich abgeschlossen. Bereits im April könne der Kanton Luzern die erste Datenlieferung ans BFS über die neuen kantonalen Register ausführen.
Im Rahmen der Registerharmonisierung werden die momentanen Schnittstellen der Gemeindelösungen zu diversen Systemen des Kantons Luzern und zum Bund standardisiert und automatisiert. Die Lösung von Elca integriert die drei folgenden Registersysteme in eine Datenaustauschplattform: die kantonale Einwohnerplattform (kEWR), das kantonale Gebäude- und Wohnungsregister (kGWR) sowie das kantonale Betriebs- und Unternehmensregister (kBUR).
Während das Gebäude- und Wohnungs- wie auch das Betriebs- und Unternehmensregister von Systemen des Bundes bereits konsolidierte Daten beziehen, muss die Einwohnerplattform laufend von den Gemeinden durch Mutationsmeldungen aktualisiert werden. Ende März erfolgte die Anbindung der Einwohnerkontrollstellen der Gemeinden an das kantonale Register und ab April werden nun die Benutzer auf kantonaler Ebene und in den Gemeinden schrittweise für den Zugriff auf die Webapplikation berechtigt und geschult.
Sämtliche Schweizer Kantone müssen dieses Jahr ihre Systeme in Betrieb nehmen. Zurzeit läuft aber noch eine Übergangsphase. Der Kanton Luzern dürfte zu den ersten gehören, die bereits Daten liefern. Er ist aber auch der einzige, der eine Lösung von Elca hat. Die anderen setzen auf diverse IT-Dienstleister. Sehr verbreitet ist in der Schweiz die Lösung des Berner E-Gov-Spezialisten Bedag, der mittlerweile zwölf Kantone zu seiner Community zählt. "Geres" von Bedag ist bis dato in den Kantonen Schaffhausen und Uri zu 100 Prozent produktiv. In Bern wurden bisher 80 Prozent der Gemeinden angeschlossen und in Jura bisher vier Gemeinden. (Maurizio Minetti)

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