Vom Mainframe abnabeln und alte Applikationen migrieren? HP will helfen

10. April 2008, 11:46
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Dienstleistungen und Tools für Applikations-Migration und -Modernisierung: HP will Händchen halten beim Abschied vom Mainframe.

Dienstleistungen und Tools für Applikations-Migration und -Modernisierung: HP will Händchen halten beim Abschied vom Mainframe.
Auch wenn ihr Tod schon oft prophezeit wurde: Die proprietäre Welt der IBM-Mainframes ist für Vertrer der offenen Server-Welt wie HP weiterhin ein Dorn im Auge und bleibt eine schwer eroberbare Festung. Gemäss einer im Auftrag von HP durchgeführten aktuellen Studie haben immer noch 75 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitenden Mainframes im Einsatz. 57 Prozent davon sollen allerdings im Prinzip planen, die Grossrechner abzuschaffen. (Vielleicht ist da ja auch etwas das Wunschdenken des Auftraggebers in das Ergebnis der Studie eingeflossen.)
Die eigentlich migrationswilligen Unternehmen, so HP, scheuen aber oft zurück, weil sie die Kosten und Risiken, die mit dem Umstieg verbunden sind, fürchten. Zudem fehle es an Unterstützung durch die Unternehmensführung und an spezifischem Know-how in der IT-Abteilung.
Bei den Punkten Kosten, Risiken und Know-how will HP nun ansetzen, um für kopfscheue Unternehmen die Hürde niedriger zu machen. HP hat zu diesem Zweck die "HP Modernization Factory" sowie einige spezielle Software-Tools lanciert.
Die "Modernization Factory" ist ein weltweit agierendes neues Kompetenzzentrum von HP. Die im Team arbeitenden Experten sollen Kunden mit automatisierten Verfahren beim Rehosting (Migration auf Windows- oder Linux-Plattformen) und Reengineering von Mainframe-Applikationen helfen. Zum Reengineering-Angebot gehört unter anderem die Modularisierung von Anwendungen, ihre Ergänzung durch Web-Applikationen oder ihre Weiterentwicklung in Richtung Service-orientierter Architektur (SOA).
Um einige Modernisierungsaufgaben zu automatisieren, hat HP zudem eine Reihe von spezifischen Softwaretools entwickelt, die "HP Legacy Application Transformation and Visual Intelligence Tools". Der "Clone Set Analyzer" soll redundanten Code finden und damit unnötige doppelte Arbeit bei der Modernisierung vermeiden. Einen ähnlichen Zweck hat der "Clone Pattern Analyzer" der verborgene Wiederverwendungsmuster von Code finden und helfen soll, gleichartige Applikationen zusammenzulegen. Das "HP Modernization Profile" soll die generelle Zusammensetzung einer Anwendung analysieren und Bereiche identifizieren, welche die höchsten Kosten und grösste Inflexibilität verursachen. Zur Visualisierung von Ergebnissen wird unter anderem das grafische Analyse-Tool "GUESS" benutzt. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Ausschnitt einer mit "GUESS" erstellen Visualisierung einer Mainframe-Applikation. Fragen sie uns aber nicht, was man daraus herauslesen könnte.)

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