Von Entwicklern für Entwickler - Jazoon'13

24. Oktober 2013, 09:34
  • technologien
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Die Software-Entwicklerkonferenz Jazoon hat gestern ihre Tore geschlossen - 350 BesucherInnen kamen nach Oerlikon. Ein Erfahrungsbericht von Nicolas Bär, Softwareentwickler und Master Informatikstudent an der Universität Zürich.

Die Software-Entwicklerkonferenz Jazoon hat gestern ihre Tore geschlossen - 350 BesucherInnen kamen nach Oerlikon. Ein Erfahrungsbericht von Nicolas Bär, Softwareentwickler und Master Informatikstudent an der Universität Zürich.
Joe Justice von Wikispeed (Foto) hat die siebte Softwareentwicklerkonferenz Jazoon'13 mit einer Keynote zur Anwendung von Methoden und Vorgehen aus dem Softwareengineering auf Produktions- und Verteilungsprozesse eröffnet. Dabei hat er beispielsweise aufgezeigt, wie in Zukunft durch Einsatz von agilen Methodologien die Auslieferung von Impfstoffen verkürzt werden kann.
Die Konferenz fand am 22. und 23. Oktober in Zürich Oerlikon im StageOne, zum ersten Mal in einer der ehemaligen ABB-Fabrikhallen, statt. In diesem Jahr war aber nicht nur das Datum und der Ort neu, sondern auch der Veranstalter. Die neue Jazoon-Leitung wollte den Anlass zudem wieder vermehrt als Fachmesse positionieren, von Fachleuten für Fachleute.
Frameworks, Story Telling und Kick-Ass Development
Am ersten Tag wurde ein breites Spektrum an Themen angeboten. Zum einen wurden verschiedene Web-, Mobile- und Testingframeworks vorgestellt: Spock für eine semantische Schreibweise von Tests, PhoneGap zur Integration von Mobile-Schnittstellen oder ST-JS zur besseren Strukturierung von JavaScript Code. Um die einfache Bedienung dieser Frameworks zu verdeutlichen, wurden Fallbeispiele erläutert oder Codebeispiele ausgeführt.
Zum anderen wurden Präsentationen zur Ergänzung der codelastigen Sessions angeboten. Andrzej Grzesik, Agile-Softwareingenieur von eBay, sprach über seine Erfahrung im Bereich Continuous Delivery, in dem darauf abgezielt wird, Release-Zyklen kurz zu halten. Dabei machte er deutlich, dass die Zusammenarbeit von Entwicklern mit Systemadministratoren einen positiven Einfluss auf die Gestaltung von Releaseprozessen hat. Ulrika Park von SmartBear Software zeigte, dass Story Telling eine wichtige Methode im Requirements Engineering darstellt, um das Bedürfnis des Benutzers zu verstehen und eine effektive Lösung zu entwickeln. Eine wirkliche Story zu erstellen statt der üblichen minimalen Spezifikationen hilft dabei, die tiefgründigen Probleme zu erkennen.
Abgerundet wurde der Tag mit einer begeisternden Keynote zu Kick-Ass Development vom Technologie Evangelisten Sven Peters. Er stellte sich die Frage, ob eine agile Softwareentwicklung zu besserer Software führt. Derartige Erfolgskonzepte, meint Peters, führten allein nicht zu besseren Ergebnissen. Glücklicher würden Kunden, Benutzer und Entwickler viel eher, wenn jeder Entwickler und jedes Team stetig und individuell nach Verbesserung innerhalb des Entwicklungsprozesses strebten.
Drohnen, Git und Quiz zum Schluss
Den zweiten Tag der Jazoon'13 eröffnete Lorenz Meier von der ETH Zürich zum Thema Drohnen. Er klassifizierte deren Technologien, zeigte Geschäftsmodelle und verdeutlichte die rasante Entwicklung in der Schweiz. Seine Vision zur Förderung der Sicherheit von Drohnen basiert auf der Weiterentwicklung bestehender Komponenten zum Outsourcing von Flugstunden. Danach verblüffte Tom Bujok, Senior Software Developer der SBB, die Zuschauer mit Tools und Frameworks, um die Komplexität von Java Code zu reduzieren beispielsweise das Projekt Lombok zur Reduktion von redundantem Code.
Während des gesamten Tages wurden zwei Workshops zu Git (Versions-Kontrollsystem) angeboten; im ersten wurden die Grundlagen erläutert, der zweite führte in die Anwendung von erweiterten Konzepten zur Abbildung des Workflows in Entwicklungsprozessen ein. Stefan Saasen, Teamleiter beim australischen Softwarehersteller Atlassian, teilte in seinem Talk Erfahrungen und Stolperfallen beim Einsatz von Git generell und im Einsatz bei Atlassian.
Während einem 50-minütigen Show-Case wurde die hybride Desktop/Mobile App "Geek Jeopardy" entwickelt, welche die Grundlage für das abschliessende Quiz bot. Teilnehmer konnten sich per Smartphone in das Spiel einloggen und online mitspielen. Dabei präsentierte der Speaker die Frage und auf dem Smartphone konnte der Buzzer gedrückt werden. Das Spiel sorgte mit Antworten wie zum Beispiel "0xCAFEBABE" für einen heiteren Abschluss der diesjährigen Jazoon'13. (Nicolas Bär)

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