Von Lotus Notes auf Google Apps

4. August 2009, 15:52
  • rechenzentrum
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Google greift nun auch nach IBMs Kundschaft. Kann sich der Suchmaschinenriese im attraktiven Markt für Kommunikationssoftware für Firmen durchsetzen?

Google greift nun auch nach IBMs Kundschaft. Kann sich der Suchmaschinenriese im attraktiven Markt für Kommunikationssoftware für Firmen durchsetzen?
Bereits vor einigen Tagen hat Google ein Werkzeug vorgestellt, mit dem man leichter E-Mail-Postfächer, Kalendereinträge und Kontaktdaten von IBMs Lotus Notes auf Google Apps migrieren kann. 'Google Apps Migration for Lotus Notes' ist eine Notes-Applikation, die von Google für Enterprise- oder Education-Kunden kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Mit dem Werkzeug kann man bis zu 10 E-Mail-Konten aus einem Server simultan in Googles "Wolke" transferieren, man kann auch Gruppen übernehmen und Attribute von E-Mails (z.B. "gelesen") und E-Mail-Ordner sollen den Wechsel überleben. Selbst gemischte Umgebungen sollen möglich sein, so dass Mitarbeitende, die weiterhin (noch) Notes benützen, Termine bei Kollegen, deren Kalender bereits bei Google sitzt, reservieren können. Ausserdem werden Mitarbeitende, deren E-Mails verschlüsselt sind, automatisch aufgefordert, diese zu entschlüsseln, damit man die elektronische Post migrieren kann.
Gemäss Google ist es sogar möglich, wenn auch nicht in jedem Fall sinnvoll, selbst entwickelte Notes-Applikationen, beispielsweise solche, die Arbeitsabläufe abbilden, auf Google App zu migrieren.
Wird Google ein ernsthafter Player?
Bereits früher hat Google ein Werkzeug ("Google Apps Sync for Microsoft Outlook") vorgestellt, mit dem man den beliebten E-Mail-Client Outlook für den Zugriff auf E-Mail, Kalender und Kontakte bei Google benützen kann.
Mit dem Werkzeug für die vereinfachte Migration von Lotus-Notes-Clients auf Google Apps, versucht sich der Suchmaschinenriese nun ein Stück von IBMs grossen Anteil im Markt für Kommunikationssoftware abzuschneiden. Denn Lotus Notes gilt zwar hinter Microsofts Mail-Server Exchange als die Nummer zwei im Markt, hat aber nach eigenen Angaben bis heute ungefähr 145 Millionen Notes-Lizenzen verkauft. Google ist da noch ein kleiner Fisch, hat aber nach eigenen Angaben immerhin 1,75 Millionen Geschäftskunden für Google-Apps.
Google behauptet, seine gehostete Kommunikationslösung komme wesentlich günstiger zu stehen, als diejenigen von Microsoft und IBM und kann aber auch einige Grossfirmen als Kunden vorweisen. So will der französische Autozulieferer Valeo im laufenden Jahr ungefähr 30'000 PC-Arbeitsplätze auf Google Apps migrieren und zwar von Lotus Notes. (Christoph Hugenschmidt)

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