Vontobel: Das bringt uns Avaloq auf Solaris x86-64

20. Januar 2012, 12:41
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Die Bank Vontobel hat ihre Avaloq-Systeme von Sparc- auf x86-Server migriert. Damir Delas, Leiter Enterprise Platforms, berichtet in einem Gastbeitrag über das neue Avaloq-Betriebskonzept bei der Bank Vontobel.

Die Bank Vontobel hat ihre Avaloq-Systeme von Sparc- auf x86-Server migriert. Damir Delas (Foto), Leiter Enterprise Platforms, berichtet in einem Gastbeitrag über das neue Avaloq-Betriebskonzept bei der Bank Vontobel.
Das Avaloq Banking System wurde Mitte 2010 für Oracle Solaris x86-64 zertifiziert. Im Wissen darum, dass x86-64 basierte Server seit geraumer Zeit keine Leistungseinschränkungen im Bereich des Systemdurchsatzes oder der Multithread-Performance mehr haben, und gleichzeitig bei der Single-Thread-Performance führend sind, haben wir uns bei der Bank Vontobel dafür entschieden, unsere Avaloq-Systeme tatsächlich von den bisherigen RISC-Servern (Sparc/Solaris M5000) auf x86-Server umzustellen.
Kürzlich wurde dies durchgezogen: Die Bank Vontobel hat im November 2011 ihre technischen Plattformen für den Betrieb der Kernapplikation Avaloq erfolgreich auf Commodity Server und Oracle Solaris x86-64 migriert.
Die Bank Vontobel betreibt zwei Avaloq-Installationen, eine für die eigene Kernapplikation und eine weitere für die Abwicklung des Wertschriften-Geschäfts als "Business Process Outsourcer" für Raiffeisen. Die Kosteneffizienz sowie die technische Performance der "Avaloq Server" war bis zu dieser Umstellung ein Dauerthema.
Eingesetzt werden nun 2- und 4-Socket x86-64 Server der Firma Oracle (Sun Fire X4270 M2 und X4470 M2 mit Intel Westmere-EP/EX Prozessoren), die bis zu 80 parallele Threads gleichzeitig abarbeiten können. In maximaler Konfiguration kosten die Server zwischen 15'000 und 50'000 Franken.
Reibungslose Umstellung
Das Migrationsvorhaben konnte innerhalb von wenigen Monaten von einem kleinen Team hochkompetenter Oracle und Unix-Spezialisten (Nenad Noveljic, Peter Wisler, Peter Wielath und Alexander Reichert) realisiert werden.
Der Migrationsablauf, basierend auf der "Oracle Data Pump Utility", wurde entwickelt, auf Leistung optimiert (um die Laufzeiten im Bereich von max. 24 Stunden zu halten), danach automatisiert und mehrere Wochen lang geübt. Zudem haben wir eine Reihe von technischen und applikatorischen Vergleichsprozeduren entwickelt, um verifizieren zu können, dass "jedes Bit" der Quell- korrekt in die Destinationsdatenbank übertragen wurde (ein "Zurück" ist nach der Aufnahme der ersten aktiven Transaktionen bekanntlich kaum möglich).
An dieser Stelle fragte der verantwortliche inside-it.ch-Redaktor übrigens nach Problemen bei der Migration, die es ja sicher auch gegeben habe. Eine Bemerkung zu den Problemen kann ich aber bei bestem Willen nicht liefern, denn: Wir hatten tatsächlich keine.
Seit der Inbetriebsetzung im letzten November verzeichneten wir auch keine einzige Betriebsstörung. Alle Erwartungen wurden vollständig erfüllt: Die Plattform zeigt eine hohe Robustheit, und die technische Performance ist sehr hoch, was vor allem den ressourcenintensiven Avaloq-Batch-Jobs zugute kommt. Dies alles ist gepaart mit einer Kosteneffizienz, die bisher nur der Wintel- und Linux-Welt vorbehalten war.
Da wir nebst Avaloq auch eine Reihe von weiteren auf Oracle-RDBMS basierten Applikationen betreiben, wurde der gleiche technische Ansatz auch für diese Datenbanken synergetisch angewendet. Weitere Effizienzsteigerungen sowie eine Reduktion der gebrauchten Storage-Kapazitäten erreichten wir im Umfeld der Test-/Entwicklungsumgebungen durch den Einsatz der Snapshot-Mechanismen des Solaris ZFS Dateisystems. (Damir Delas, Leiter Enterprise Platforms, Bank Vontobel)

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