Vorerst keine WiMAX-Angebote von Swisscom

18. Dezember 2007, 16:33
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Die Swisscom lanciert dieses Jahr keine Angebote mit drahtlosem Breitbandanschluss und verstösst damit gegen die Konditionen des Bakom. Offen ist, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Die Swisscom lanciert dieses Jahr keine Angebote mit drahtlosem Breitbandanschluss und verstösst damit gegen die Konditionen des Bakom. Offen ist, ob ein Verfahren eingeleitet wird.
Swisscom wird entgegen den Vorschriften des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) dieses Jahr keine WiMAX-Dienste anbieten können. Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus sagte gegenüber inside-it.ch, man habe dem Bakom "einen Brief geschrieben", weil man "gewisse Probleme" mit dem Aufbau des Netzes habe. Die Swisscom hatte Mitte August einen WiMAX-Feldtest in Boltigen nach einer Beschwerde der Interessengemeinschaft gegen Elektrosmog "Gigaherz" vorzeitig beenden müssen.
Das Telekom-Unternehmen hatte im Sommer 2006 eine Konzession für den drahtlosen Breitbandanschluss BWA (Broadband Wireless Access) ersteigert. BWA umfasst verschiedene drahtlose Übertragungstechnologien, vor allem aber WiMAX (Worldwide Interoperability For Microwave Access). Damit verpflichtete sich die Swisscom, bis spätestens am 31. Dezember 2007 einen kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Bis Ende 2009 sollen zudem mindestens 120 Sende- und Empfangseinheiten betrieben werden.
Wird Swisscom gebüsst?
Bakom-Sprecherin Caroline Sauser bestätigte gegenüber inside-it.ch den Erhalt des Briefes, wollte aber keine Angaben dazu machen, ob nun ein Verfahren gegen Swisscom eröffnet werde. Theoretisch kann ein Unternehmen, das die Bedingungen einer Konzession nicht erfüllt, ein Gesuch zur Änderung dieser Bedingungen einreichen. Das war zum Beispiel seinerzeit bei Sunrise und UMTS der Fall. Das Bakom kann aber auch eine Kontrolle durchführen und bei einem Verstoss gegen die Bedingungen ein Verfahren eröffnen, das zu einer Busse führen könnte. Beispielsweise hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) der vom spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefónica kontrollierten 3G Mobile AG im Oktober 2006 die UMTS-Konzession entzogen, weil diese nicht genutzt und die Versorgungsauflagen nicht erfüllt wurden.
So weit dürfte es bei der Swisscom kaum kommen. Allerdings hat "Gigaherz" angekündigt, jede Antenne zu bekämpfen. Eine weitere BWA-Konzession besitzt Inquam Broadband. Das Kölner Telekom-Unternehmen hat bis am 30. September 2008 Zeit, einen kommerziellen Betrieb aufzubauen. Der Kabelnetzbetreiber Cablecom wird seine 2010 auslaufende Lizenz wahrscheinlich nicht nutzen. (Maurizio Minetti)

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