(Vorerst) unsichtbarer Technologiesprung bei Flashspeicher

13. Oktober 2009 um 09:24
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Eine Geschichte aus dem Flashspeichermarkt: Höhere Kapazität, kleinere Herstellungskosten, aber vorerst keine tieferen Endpreise.

Eine Geschichte aus dem Flashspeichermarkt: Höhere Kapazität, kleinere Herstellungskosten, aber vorerst keine tieferen Endpreise.
Der Flash-Spezialist SanDisk hat eine lange erwartete Technologie zur Marktreife gebracht und damit begonnen, darauf basierende Flash-Speicherkarten auszuliefern. Die unter dem Namen "X4" von SanDisk entwickelte Technologie erlaubt es, in einer der Millionen Speicherzellen eines Flashchips vier Bits zu speichern, statt wie bisher ein oder zwei. Dies erlaubt einerseits einen Kapazitätssprung für Flash-Speicherprodukte und reduziert gleichzeitig die Herstellungskosten deutlich.
Die momentane Marktsituation erlaubt es SanDisk allerdings, wie das 'Wall Street Journal' berichtet, die tieferen Herstellungskosten noch nicht an die Endkunden weiterzugeben, sondern dazu zu benützen, die eigenen Profitmargen, sowie die des mit der Produktion beauftragten Chiplieferanten Toshiba aufzupolstern. Trotz Krise steigt momentan die Nachfrage nach Flashspeicher. Gleichzeitig ging die früher vorhandene Überproduktion zurück, da diverse ältere Chipfabriken von den Herstellern geschlossen wurden. Der durchschnittliche Einkaufspreis von Flashchips hat sich für die Hersteller von darauf basierenden Geräte gemäss Schätzungen seit Januar in etwa verdoppelt.
Für SanDisk kommt die Situation äusserst gelegen. Das Unternehmen hat es zwar im letzten Quartal wieder knapp in die schwarzen Zahlen geschafft, im Jahr zuvor wurde SanDisk aber von teilweise massiven Verlusten geplagt.
Der Patentinhaber SanDisk verdient aber auch an Lizenzen, die an andere Hersteller vergeben werden. Im Mai wurde ein entsprechender Vertrag mit Samsung, dem weltweit grössten Flashchiphersteller, abgeschlossen. Sobald andere Hersteller bereit sind, die Massenproduktion von Chips auf Basis der neuen Technologie hochzufahren – wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres - dürfte auch der Preiskampf erneut ausbrechen. (Hans Jörg Maron)

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