Vorsicht: Cablecom schickt Kritikern 200 Kaderleute nach Hause

2. September 2009, 09:02
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Man hat es ja bereits Ende Juni geahnt - aus Cablecom wird UPC. Die Namensänderung verkauft man uns allerdings nicht etwa als logischen Schritt nach der Übernahme des Schweizer Kabelnetzpioniers durch die holländische UPC Broadband. Nein, die Namensänderung soll vielmehr auf ein von innen renoviertes Unternehmen hinweisen, genau so wie der neue Slogan: "Wir verändern uns - für Sie" und der Hinweis darauf, dass neu die Kunden im Mittelpunkt stehen. Ja sapperlot, was stand denn bisher im Mittelpunkt?
Zugegeben: Mit dem Namen Cablecom gewinnt man heute keinen Blumentopf mehr. Zu fest wurde jahrelang mit miserablem Service am Lack der Marke gekratzt. Jetzt, wo nicht nur der Lack ab ist, besinnt man sich offensichtlich auf neue Werte: Den Kunden. Und das ist gut so, denn nichts schadet einer Firma, die zudem im harten Wettbewerb etwa mit Bluewin TV steht, mehr, als Kunden, die das Negativimage noch weiter verbreiten.
In einem Interview mit der Zeitung "Der Bund" verrät Cablecom-Chef Eric Tveter dann auch, wie das Unternehmen sein altes Image endgültig abstreifen will. So habe das Topmanagement während eines Treffens mit Kundendienstmitarbeitern etwa erfahren, dass Neukunden zwei Monate im Voraus bezahlen müssten, bevor sie die Dienste überhaupt nutzen dürften. Ein absolutes No-Go sei das, "das geht gar nicht". Erstaunlich, dass es dazu das Top-Management braucht, um das festzustellen. Bisher scheint das sonst niemand bei Cablecom gestört zu haben. Gemerkt hat man auch, dass im CallCenter genügend Kapazitäten zur Beantwortung der Anrufe zur Verfügung stehen müssen. Etwas, was jedes mehr-bessere Unternehmen schon vor Monaten, wenn nicht Jahren, gemerkt hat.
Gespannt dürfen Kunden sein, die sich bei der neuen UPC beschweren, denn Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer droht vorsorglich schon mal an: "Das Topmanagement und bis zu 200 weitere Kaderleute werden Kunden zu Hause besuchen und hören sich deren Sorgen an." Machen Sie sich also darauf gefasst, dass bei Klagen über die neue Cablecom ein ganzer Trupp von UPC-Leuten auf ihrer Fussmatte steht. Sorgen Sie für Platz in der guten Stube und kaufen Sie genug Kaffee ein. Und schliesslich: Bestellen Sie einen Party-Service für die Verköstigung der 200 Leute, denn sonst kommen Sie vor lauter Kaffeeausschenken (oder doch lieber Bier?) nicht mehr dazu, Ihre Klagen und Sorgen den geduldig im Wohnzimmer wartenden 200 UPC-Vertretern vorzutragen.
Zu guter Letzt - wie immer - die wöchentlichen Kurzlinks: Microsoft steigt nun doch ins Handybusiness ein und präsentiert den Fune)

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