(Vorübergehende) Stagnation im Markt für Security-Appliances

21. September 2009, 15:22
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Erstmals seit Jahren schrumpfte der westeuropäische Markt für Security-Appliances. Doch Experten rechnen mit der Erholung noch dieses Jahr.

Erstmals seit Jahren schrumpfte der westeuropäische Markt für Security-Appliances. Doch Experten rechnen mit der Erholung noch dieses Jahr.
Security Appliances, also dedizierte kleine Maschinen wie etwa Firewalls oder VPN-Gateways, die irgendwo im Netzwerk für Sicherheit sorgen, galten und gelten im Schweizer Channel als stetige Wachstumstreiber. Nun aber meldet der US-Marktforscher IDC, dass die Umsätze mit solchen Geräten im zweiten Quartal 2009 zum ersten Mal seit 2002 rückläufig gewesen war. Total, so IDC, wurden in Westeuropa im Q2 Security Appliances für 390 Millionen Dollar verkauft, fast 10 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2008.
In der Schweiz dürfte die Situation im ersten Halbjahr nicht ganz so schlimm ausgesehen haben, schätzt Robert Bertschinger, IronPort Country Manager bei Cisco Schweiz: "Der Einbruch war wohl nicht so drastisch. Aber es ist sicher so, dass Schweizer Firmen alle Investitionen doppelt und dreifach überprüft haben und sie allenfalls verschoben haben." Bertschinger schätzt, dass der Markt für Security Appliances im ersten Halbjahr in der Schweiz noch leicht gewachsen ist.
UTM-Appliances (UTM = Unified Threat Management), also Geräte, die alle Sicherheitsbedürfnisse mit einer Box abdecken, waren gemäss IDC das grösste Untersegment mit einem Marktvolumen von 113 Millionen Dollar in Westeuropa. Gibt es einen globalen Trend hin zu UTM-Systemen? Bertschinger differenziert: "KMU-Kunden wollen eher nicht fünf verschiedene Boxen zur Abdeckung ihrer Security-Bedürfnisse, da vor allem der Betrieb der verschiedenen Systeme zu aufwändig ist. Aber grössere Firmen setzen nicht auf UTM-Appliances. Bei grösseren Organisationen sehe ich eher einen Trend hin zu "Frameworks" einiger weniger Hersteller. Diese haben den Vorteil, dass Anwender verschiedene Appliances mit den gleichen Interfaces und Mangement-Tools unterhalten können.
Hoffnung für die zweite Jahreshälfte
IDC wie auch Cisco-Spezialist Bertschinger sind für die nahe Zukunft optimistisch. IDC erwartet für die zweite Jahreshälfte einen Aufschwung im Markt für Security-Appliances. Auch Bertschinger glaubt an einen solchen in der Schweiz: "Gegen Ende Jahr werden viele Kunden die verschobenen Projekte doch noch auslösen, damit sie die bereits gesprochenen Budgets nicht verlieren."
Die seit Jahren gute Konjunktur im Security-Markt dürfte also trotz Finanzkrise nur eine kleine Wachstumspause eingelegt haben. (Christoph Hugenschmidt)

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