vSphere-Lizenzierung: VMware reagiert auf Kritik

4. August 2011, 14:21
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Es bleibt bei der neuen Berechnung nach vRAM-Zuteilung. Nach harscher Kundenkritik hat VMware aber die vRAM-Mengen für die virtuellen Maschinen erhöht und ein "Kostendach" eingeführt.

Es bleibt bei der neuen Berechnung nach vRAM-Zuteilung. Nach harscher Kundenkritik hat VMware aber die vRAM-Mengen für die virtuellen Maschinen erhöht und ein "Kostendach" eingeführt.
VMware hatte Anfang Juli mit der Ankündigung einer Änderung der Lizenzpolitik für sein Hauptprodukts vSphere harte Kritik gerntet. VMware bleibt zwar bei vSphere 5 wie bei vSphere 4 noch bei der Lizenzierung pro CPU, aber die Zahl der Kerne (Cores) spielt keine Rolle mehr. Ebenso entfällt für alle Lizenzen die Obergrenze an physikalischem Speicher, der auf einem Hostrechner installiert sein darf. Stattdessen entscheidet die Menge an virtuellem Speicher (vRAM), der den virtuellen Maschinen zugeteilt wird, über die Art und Menge der zu kaufenden Lizenzen.
VMware will damit nach eigenem Bekunden die Dynamik virtualisierter Umgebungen in seiner Lizenzierungpsolitik besser berücksichtigen und den Kunden grössere Kostensicherheit geben. Viele Kunden sahen keine höhere Kostensicherheit, sondern befürchteten im Gegenteil explodierende Kosten, vor allem für die zukünfige Virtualisierung von sehr speicherhungrigen Applikationen. Einzelne legten bereits angegleiste Upgrade-Projekte auf vSphere 5 auf Eis.
Nun – nach anfänglichen Abwiegelungsversuchen - hat VMware aber löblicherweise diese Kritik zu Herzen genommen, wie Bogomil Balkansky,
Chef für Product Management, gestern Abend in einem Blogeintrag ankündigte.
Mehr vRAM pro Lizenz
Die grundsätzlichen Änderungen bleiben zwar. VMware hat aber drei wichtige Korrekturen angebracht. Einerseits wurden die im Juli noch vorgesehenen vRAM-Grenzen pro VM deutlich erhöht. Pro Essentials, essentials Plus oder Standard-Lizenz darf nun den VMs 32 statt 24 Gigabyte vRAM zugeteilt werden. Für die Enterprise-Lizenz wurde die Zuteilung von 32 auf 64 und für die Enterprise Plus-Lizenz von 48 auf 96 Gigabyte verdoppelt. Wenn mehrere Lizenzen erworben werden, werden diese Zuteilungen "gepoolt".
Ein Beispiel könnte dies etwas erhellen: Wenn ein Kunde virtuelle Maschinen über zwei Server mit je zwei CPUs verteilt, braucht er mindestens vier Lizenzen (Eine pro CPU, ungeachtet der Anzahl Kerne.) Pro Enterprise-Lizenz beispielsweise darf man (neu, siehe unten) 64 Gigabyte vRAM verwenden, insgesamt wären es in diesem Beispeil also 256 Gigabyte, die allen virtuellen Maschinen zusammen zugeteilt werden dürfen. Wenn man aber mehr RAM zuteilen möchte, braucht es weitere Lizenzen, auch wenn man keine weiteren CPUs hinzufügt.
Kostendach für "Monstermaschinen"
Ausser, man richtet sehr grosse VMs ein, beispielsweise für business-kritische Anwendungen: Dann kann nämlich aufgrund einer weiteren, mindestens ebenso wichtigen Korrektur auch ohne Zusatzkosten deutlich mehr RAM zugeteilt werden. VMware hat die Lizenzkosten, die von einer einzelnen virtuellen "Monstermaschine" verursacht werden können begrenzt: Jede einzelne VM zählt mit höchstens 96GB für den Speicherpool, der letztendlich die Lizenzmenge bestimmt. Für eine einzelne VM mit bis zu einem Terabyte vRAM (Das Maximum, das mit vSphere 5 möglich ist) muss man also beispielsweise doch nur eine Enterprise-Plus-Lizenz rechnen, sofern sie nur auf einer CPU läuft.
Zu guter Letzt hat VMware auch die Kostengefahr entschärft, die von einzelnen Spitzen im Speicherverbrauch ausgegangen wäre. Statt der Spitzenzuteilung an vRAM wird nämlich nun die vRAM-Zuteilung über 12 Monate gemittelt. Eine einzelne kurze Spitze sollte dadurch nur noch leichte Mehrkosten verursachen.
Weitere Details findet man in diesem Whitepaper zur neuen Licensing- und Pricing-Praxis für vSphere 5. (Hans Jörg Maron)

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