Wachsende Fragmentierung bei mobilen Betriebssystemen

5. Oktober 2011 um 02:26
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Die Netbiscuits-Statistik zeigt: Es gibt nach wie vor viele Mobilbetriebssysteme und noch mehr unterschiedliche Gerätetypen. Entwickler mobiler Webanwendungen sollten sich nicht auf Android und iOS beschränken.

Die Netbiscuits-Statistik zeigt: Es gibt nach wie vor viele Mobilbetriebssysteme und noch mehr unterschiedliche Gerätetypen. Entwickler mobiler Webanwendungen sollten sich nicht auf Android und iOS beschränken.
Das Karlsruher Unternehmen Netbiscuits, Anbieter einer Cloud-Plattform für die Entwicklung, den Betrieb und die Vermarktung von mobilen Websites und Webanwendungen, hat die neuste Ausgabe seines "Mobile Web Metrics Report" veröffentlicht. Die Haupterkenntnisse: Smartphones seien als wichtigste Kategorie von Mobilgeräten einer zunehmenden Fragmentierung unterworfen, was Betriebssystem und Hardware betrifft, iOS verliere bei Smartphones an Reichweite, und das allenthalben massiv gehypte HTML5 werde noch zurückhaltend genutzt.
Die Netbiscuits-Plattform wickelt monatlich rund 8,5 Milliarden Seitenaufrufe ab, die von mehr als 3100 verschiedenen Gerätetypen ausgehen. Auf diesen Daten beruhen die Schlussfolgerungen. Die Aussagekraft der Statistik ist also beschränkt: Wer nicht mit einer Webanwendung arbeitet oder auf einer Website surft, die Netbiscuits verwaltet, wird nicht berücksichtigt.
Im Schnitt über die Hälfte und je nach Region zwischen 24,27 und 81,69 Prozent der weltweit von Netbiscuits entgegengenommenen Seitenanfragen werden über Smartphones gestellt. Die zweitwichtigste Kategorie sind mit 11,04 bis 74,49 Prozent Anteil die "Feature Phones", also zwar internetfähige Handys, die aber nicht über die volle Smartphone-Funktionalität verfügen. "Media Tablets" sind dagegen nur für 0,6 bis 8,03 Prozent der Abfragen verantwortlich.
Auf die Betriebssysteme heruntergebrochen, konnte Android in Nordamerika seine Vormachtsstellung mit fast 46 Prozent weiter ausbauen, mit knapp 35 Prozent liegt iOS auf Platz 2. Ganz anders in Europa: Hier ist iOS mit über 44 Prozent der klare Spitzenreiter, während Android sich mit 27,49 Prozent zufriedengeben muss. Interessant: Der BlackBerry geniesst in den Entwicklungsländern Asiens mit 18,64 Prozent den höchsten Zuspruch. In den USA liegt das RIM-Betriebssystem noch bei knapp 15 Prozent, in Europa ist der Anteil auf 4,42 Prozent geschrumpft. Und Symbian, in den USA noch nie besonders populär und heute bei 1,34 Prozent, punktet vor allem in Asien mit einem Anteil von 41,24 (entwickelte Länder) beziehungsweise 37 Prozent (Entwicklungsländer). Ähnlich hohe Werte gelten für Osteuropa, in Westeuropa liegt Symbian bei 16,6 Prozent. Windows Phone 7 ist relativ gesehen in Westeuropa am meisten verbreitet, gefolgt von Osteuropa, dem entwickelten Asien und Nordamerika. Der Anteil liegt aber nirgends über 2,5 Prozent.
Der Netbiscuits-Report, so das Unternehmen, verdeutliche einerseits die grosse Vielfalt an Smartphone-Betriebssystemen, zeige zum anderen aber auch eine wachsende Anzahl an Geräten mit unterschiedlichen Hardwarespezifikationen, auf denen das gleiche OS läuft. An die Entwickler mobiler Websites und Anwendungen richtet Netbiscuits die Empfehlung, über Android und iOS hinaus zu denken: Es gebe einfach keine allgemein gültigen Standards für die Entwicklung und Bereitstellung multimedialer Inhalte für Mobilgeräte.
Der Report untersucht auch die Verbreitung von HTML5, von manchen als Allheilmittel gegen die Fragmentierung und als neuer plattformimabhängiger Universalstandard gehypt. In der Realität, so Netbiscuits, sieht es anders aus: Von 17 getesteten Basisfeatures von HTML5 unterstützen die Top-Ten-Geräte in Nordamerika nur gerade vier, nämlich Offline-Webapplikationen, Geolocation, 2D-Animation und Webstorage. In Europa sei die Situation ähnlich, ausser in Grossbritannien: Dort wird von der Mehrheit der zehn meistverkauften Modelle nicht ein einziges HTML5-Feature unterstützt. "Der Hype um HTML5 passt nicht zur derzeitigen Nutzungsrate", schliesst die Studie messerscharf.
Der Mobile Web Metrics Report steht nach einer Registrierung auf der Website des Anbieters kostenlos als PDF-Download zur Verfügung. (Urs Binder)

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