Wallis bringt sein Fiscal-IT-Pendant über die Bühne

25. Januar 2017, 16:24
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Der Kanton Wallis ist in den letzten Jahren vor dem gleichen Problem gestanden, wie der Bund: Die Steuerverwaltung benützte noch ein uraltes EDV-System.

Der Kanton Wallis ist in den letzten Jahren vor dem gleichen Problem gestanden, wie der Bund: Die Steuerverwaltung benützte noch ein uraltes EDV-System. Im Jahr 2009 genehmigte das Kantonsparlament auf Antrag des Staatrats einen Verpflichtungskredit von 18,3 Millionen Franken, um das noch aus den 70er-Jahren stammende System endlich zu erneuern. Am 2. Januar konnte das modernisierte System nun in Betrieb genommen werden, wie die kantonale Steuerverwaltung heute mitteilt. Die budgetierten Kosten für das Projekt seien eingehalten worden.
Damit scheint der Kanton Wallis deutlich weiter, als der Bund, der nach der Implosion des Projekts Insieme.
Die Arbeiten am neuen System für den Kanton Wallis dauerten laut der heutigen Mitteilung sechs Jahre. Im Kern der neuen Plattform steckt SAP Software. Die Zustellung der Steuerrechnungen, die Steuererhebung und die Erhebung der Steuerpflichtigen erfolgen umfassend über das SAP-System, so der Kanton. Es handle sich um eine strategische Entscheidung, da es dabei um die wichtigste Informatikplattform für das Finanzmanagement des Kantons Wallis gehe. Die Umsetzung stelle auch einen wichtigen Schritt hin zur E-Government-Zusammenarbeit (E-Rechnung, usw.) dar.
Anfangsschwierigkeiten?
Die bisher durchgeführten Kontrollen liessen "den Schluss zu, dass das neue System gut funktioniert, mehr Effizienz gewährleistet und die Datensicherheit erhöht", schreibt die Steuerverwaltung in ihrer Mitteilung ziemlich vorsichtig. Ohne anfängliche Probleme lief die Inbetriebnahme aber offensichtlich nicht ab, diese würden aber nun nach und nach behoben.
Ein Nebeneffekt der Inbetriebnahme ist, dass die Walliser Steuerpflichtigen ihre Steuerformulare dieses Jahr einen Monat später erhalten. Dafür dürfen sie sich auch einen Monat länger Zeit lassen als in anderen Jahren, um die Steuererklärung einzureichen.
Noch ist die Modernisierung der Informatik der Steuerverwaltung allerdings nicht beendet. Nun soll sie mit der Entwicklung der Anwendungsprogramme für juristische Personen und die Quellensteuer weiter vorangetrieben werden. (hjm)

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