Wallis schafft neue Abteilung für Cybercrime

19. Februar 2021, 11:17
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Die Kantonspolizei erhält mehr Personal. 12 Beamte sollen sich zukünftig mit Internet- und Cyberkriminalität befassen.

Im Mai 2019 hatte die Thematische Kommission für Sicherheit des Grossen Rats im Kanton Wallis ein Postulat eingereicht mit der Forderung, den Personalbestand der Kantonspolizei zu erhöhen. Das Parlament hat diesem Antrag nun zugestimmt. Der Personalbestand der Kantonspolizei soll über fünf Jahre um jeweils acht Vollzeitstellen erhöht werden.
Das Wallis sei ein Kanton mit einer eher tiefen Kriminalitätsrate, warum sei deshalb diese Aufstockung nötig, wurde der zuständige Staatsrat Frédéric Favre an einer Medienkonferenz zum Beschluss gefragt. "Haben wir wirklich eine tiefe Kriminalität, oder ist diese nur deshalb so tief, weil die Polizei gute Arbeit leistet? Dazu kommt, dass wir künftige Entwicklungen antizipieren müssen", antwortete Favre laut 'Walliser Bote'. "Ich denke, es ist jetzt die richtige Zeit, um die Kantonspolizei neu zu strukturieren."

Bisher gab es zwei Beamte für Cybercrime

So soll nun unter anderem eine Abteilung für Schnelleinsätze geschaffen werden, deren Einheit aus 23 Vollzeitstellen besteht. Ein besonderes Augenmerk gilt aber auch der Cyberkriminalität. Von den insgesamt 40 zusätzlichen Stellen sind 12 für eine neue "Cybercrime-Abteilung" vorgesehen.
Seit 2009 wurden der Walliser Kantonspolizei nur drei zusätzliche Vollzeitstellen bewilligt. Zwei davon, "um die zunehmende Anzahl und wachsende Komplexität der Dossiers in den Bereichen Cyberkriminalität und Wirtschaftskriminalität zu bewältigen", wie es im Postulat der Kommission heisst.
Das Internet sowie technische und computergestützte Hilfsmittel seien zu wesentlichen Treibern der Kriminalität geworden, schreibt die Kantonsregierung in ihrer Antwort darauf. "Beispielsweise nehmen die Fälle von Internetbetrug ständig zu. Sie verursachen bei den Privatpersonen und Unternehmen, die diesem zum Opfer fallen, einen besonders grossen Schaden."

"Fachermittler werden benötigt"

Zunehmend komplexer würden sich auch Ermittlungen im Bereich der Kinderpornografie und der Pädophilie sowie im Bereich der Wirtschaftsdelikte gestalten. "Um diese Phänomene effizient zu bekämpfen, werden zwingend Fachkompetenzen im Bereich der Cyberkriminalität sowie Fachermittler benötigt", so die Regierung. Die neue Abteilung Cybercrime werde daher aus 12 Einheiten bestehen, die auf dem gesamten Kantonsgebiet verteilt sind.
Für die Schaffung der 40 neuen Stellen ist ein Betrag von 5,8 Millionen Franken vorgesehen. Die Aufstockung und Neustrukturierung der Walliser Kantonspolizei soll bis 2026 abgeschlossen werden.

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