Warum Bison Europa3000 verkauft

12. Juni 2019, 12:31
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"Bison hat entschieden, dass das auf alle Branchen ausgerichtete KMU-Produktportfolio der Europa3000 nicht ihrer strategischen Ausrichtung entspricht, da sich Bison auf IT-Lösungen für mittlere und grössere Unternehmen des Handels fokussiert", heisst es in einer Mitteilung.

"Bison hat entschieden, dass das auf alle Branchen ausgerichtete KMU-Produktportfolio der Europa3000 nicht ihrer strategischen Ausrichtung entspricht, da sich Bison auf IT-Lösungen für mittlere und grössere Unternehmen des Handels fokussiert", heisst es in einer Mitteilung.
2004 hatte Bison Europa3000 übernommen. Noch 2015 vermeldete die ERP-Software-Firma optimistisch: "Unsere Zusammenarbeit mit Bison wird verstärkt." Damals zählte das Unternehmen nach eigenen Angaben 5000 Unternehmenskunden.
Heute sind es weit weniger, von 3000 ist die Rede. "Europa3000 hatte mit Green Cube eine kostenlose ERP Plattform. 2016 hatte man sich entschieden, diesen Service nicht mehr anzubieten. Deswegen hat sich die Kundenanzahl reduziert", schreibt Fenaco-Mediensprecherin Séverine Leutwiler auf Anfrage von inside-channels.ch.
Warum passt Europa3000 nicht mehr zu Bison? "Wir fokussieren uns auf mittlere und grössere Unternehmen mit Handelsschwerpunkt. Dies schliesst zum Beispiel reine Produktionsunternehmungen im ERP Umfeld aus. Bei Europa3000 handelte es sich vorwiegend um Unternehmen mit 2 bis 15 Usern im Schnitt. Dies entspricht nicht mehr unserem Fokus."
Investitionen seien geplant
Gekauft wird Europa3000 von Mathys Informatik (Unterentfelden AG) und Computerfuchs (Interlaken BE). Beide Firmen gehören seit langem zu den Vertriebspartnern von Europa3000. «Der Verkauf an uns als langjährige und profunde Kenner der Europa3000 Community und vieler Kunden ist eine optimale Fortsetzungslösung. Bei Bison war Europa3000 strategisch nicht ideal aufgehoben", sagt Beat Mathys in einer Mitteilung.
"Durch die Übernahme von Europa3000 fokussieren sich die Käufer voll auf ihre KMU-Stärken und bieten allen Kunden eine zeitgemässe und moderne Software für die Bewältigung des digitalen Wandels in KMU. Weitere Investitionen in die Software und in die Organisation von Europa3000 AG sind geplant", heisst es in der Mitteilung weiter.
Der Standort Aarau sowie alle 20 Mitarbeitenden von Europa3000 sollen beibehalten werden. "Für die erfolgreiche Weiterentwicklung von Europa3000 sind wir auf das Know-how aller Mitarbeitenden in Aarau angewiesen. Sie führen das operative Geschäft bereits seit einigen Jahren erfolgreich und unabhängig von Bison. Wir unterstützen sie jetzt zusätzlich strategisch, um Europa3000 als führende KMU-Software weiter zu etablieren", kündigen die neuen Besitzer an. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. (paz)

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