Warum ein Segelschiff die höhere Bandbreite hat als High-Speed-Internet

14. März 2007, 10:42
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Zahlenspielereien mit ernstem Hintergrund.

Zahlenspielereien mit ernstem Hintergrund.
Nach dem Gigabyte und dem Terabyte wird heute das "Petabyte" langsam zu einem gebräuchlichen Begriff in der IT-Welt. Moderne High-end Speichersysteme beziehungsweise Speichernetzwerke von Unternehmen können auf Kapazitäten im Petabyte-Bereich ausgebaut werden - und auch diese Riesenspeicher füllen sich rasant mit Daten.
Sun Chef Jonathan Schwartz hat nun auf seinem Blog ein interessantes Rechenspiel mit dem Petabyte gemacht. Vor kurzem hat Schwartz in einer Rede bemerkt, es ginge schneller, ein Petabyte an Daten mit einem Segelschiff von San Francisco nach Hong Kong zu transportieren, als über das Internet, und damit anscheinend einige ungläubige Reaktionen hervorgerufen.
Nun untermauert Schwartz seine Aussage mit dieser Rechnung: Ein Petabyte, das sind tausend Terabytes, beziehungsweise eine Million Gigabytes oder eine Milliarde Megabytes. Auf Bits umgerechnet entspricht dies acht Milliarden Megabits. Über einen 512 Kbit/s-Internet-Anschluss, wie er in den USA noch stark verbreitet ist, würde der Download eines Petabytes also rund 16 Milliarden Sekunden brauchen ­ sprich über 500 Jahre. Mit einem hierzulande gebräuchlichen 3500er-ADSL-Anschluss würde es immer noch ein ganzes Leben lang dauern, rund 72 Jahre. Und auch mit 100 Megabit pro Sekunde, was ungefähr das schnellste ist, was heute weltweit für Normalkunden erhältlich ist, braucht man ein paar Jahre.
Ein schnelles Segelschiff aus dem 19. Jahrhundert schaffte die Route von San Francisco nach Hong Kong in rund einem Monat. Und ein Petabyte, auf 2000 moderne 500GB-Tapes gespeichert, hätte nicht einmal einen kleinen Teil des Laderaums gefüllt.
Der praktische Hintergrund: Die Speicherung beziehungsweise vor allem der Transport und Vertrieb von grossen Datenmengen auf Wechselmedien wie Tapes, optischen Disks usw. wird also nicht so schnell aussterben. Man muss ja nicht gleich ein Segelschiff nehmen, ein Lastwagen tut's auch. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Der Clipper "Cutty Sark" bot vor rund 140 Jahren die grösste "Bandbreite" beim Teetransport auf der Linie von Hong Kong nach England.)

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