Warum EMC bei VCE die Macht übernimmt

22. Oktober 2014, 14:02
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Das erfolgreichste Joint Venture der IT-Geschichte gehört nun mehrheitlich EMC. Cisco behält 10 Prozent der Anteile.

Das erfolgreichste Joint Venture der IT-Geschichte gehört nun mehrheitlich EMC. Cisco behält 10 Prozent der Anteile.
Anfang Jahr war es noch ein Gerücht, nun ist klar: Beim Converged-Infrastructure-Spezialisten VCE übernimmt EMC praktisch die alleinige Macht. Das Joint Venture war von Cisco und EMC gegründet worden, wobei die EMC-Tochter VMware und Intel kleinere Anteile besassen. Nun besitzt EMC 90 Prozent der Aktien, Cisco behält die restlichen 10 Prozent. Die Vblocks sollen trotzdem auch in Zukunft aus Komponenten von EMC, VMware und Cisco bestehen. VCE-CEO Praveen Akkiraju rapportiert nun direkt an David Goulden, CEO von EMC Information Infrastructure.
Die EMC-Gruppe besteht nun aus den vier Einheiten VCE, EMC, Pivotal und VMware. Ein solches Konglomerat ist schon fast anachronistisch, wenn man bedenkt, dass Konzerne wie Hewlett-Packard und Symantec gerade erst Aufspaltungen in einzelne Teilbereiche beschlossen haben.
Schneller in die hybride Cloud
VCE wurde vor fünf Jahren (damals noch als "Acadia") gegründet. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen legten die beteiligten Firmen den Grundstein für integrierte Systeme, bestehend aus Computing, Storage und Networking. Was bis dahin komplex war, reduzierte sich mit den Vblocks auf wenige Parameter. Daraufhin fingen auch andere IT-Grössen wie Oracle, HP und IBM an, Converged Infrastructure anzubieten.
VCE dürfte das erfolgreichste Joint Venture der IT-Geschichte sein. Die Nachfrage nach integrierter Infrastruktur ist nach 2009 rasant angestiegen. Mittlerweile steuert das Unternehmen auf die 2-Milliarden-Marke zu. In den letzten sechs Quartalen ist der Umsatz jeweils im Vergleich zum Vorjahr um über 50 Prozent gestiegen.
Warum also zieht sich Cisco weitgehend zurück? COO Gary Moore sagte an einer Telefonkonferenz, VCE habe den Schritt aus einer Position der Stärke vollziehen wollen. VCE habe zwar das Standalone-Cloud-Problem gelöst, doch die Industrie bewege sich nun in Richtung hybrider Clouds. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang.
Mit der vollen Kontrolle über VCE ergeben sich für EMC neue Möglichkeiten. VCE wird schneller agieren können - ein entscheidender Faktor, wenn man die geballte Konkurrenz anschaut. Nicht auszuschliessen ist zudem, dass VCE auch durch Akquisitionen weiter wachsen wird.
Finanzielle Einzelheiten zum Deal sind nicht bekannt. Es wird erwartet, dass die Transaktion im vierten Quartal abgeschlossen wird. Weitere Informationen zur nächsten Phase von VCE gibt es hier. (mim)

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