Warum IFS gerade jetzt in die Schweiz kommt

14. Mai 2009, 08:01
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Der schwedische ERP-Hersteller eröffnet seine neue Schweizer Niederlassung in Sichtweite des Hauptkonkurrenten SAP.

Der schwedische ERP-Hersteller eröffnet seine neue Schweizer Niederlassung in Sichtweite des Hauptkonkurrenten SAP.
Der schwedische ERP-Hersteller IFS ist einer der letzten mittelgrossen Anbieter, die die Selbstständigkeit auch während der jüngsten Konsolidierungswelle behalten haben. IFS setzte letztes Jahr weltweit 262 Millionen Franken um, ist in Schweden kotiert und konzentriert sich auf Komplettlösungen für sieben verschiedene Branchen, darunter diskrete und Prozessindustrie, Distribution und Autozulieferer. In der Schweiz zählen V-Zug, Schulthess und Maxon zu den Kunden.
Anlässlich der Eröffnung der neuen Schweizer Niederlassung in Regensdorf-Watt nützte inside-channels.ch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Frederik vom Hofe (Foto) von der Zentrale in Schweden und mit Wilfried Gschneidinger, MD Central Europe.
Ob sie den Entscheid eine Schweizer Niederlassung aufzubauen, angesichts der völlig eingebrochenen Konjunktur nun nicht bereuen, wollten wir von den beiden Top-Managern des börsenkotierten Anbieters als erstes wissen. Gschneidinger: "Ich würde den Entscheid wieder so fällen. Wir haben in der Schweiz nun ein gutes Service-Geschäft, was zu hohen Reiseaufwänden führte. Die Niederlassung spart also Kosten. Ausserdem wünschten unsere Kunden eine Niederlassung in der Nähe." Für Frederik vom Hofe, der weltweit für das Business Development zuständig ist, passt der Schweizer Markt gut zu IFS. "Wir eröffnen nicht viele Niederlassungen in neuen Ländern. Die Schweiz passt aber gut zu uns. Es gibt relativ viele kapitalintensive Hightech-Firmen, wo wir mit unseren Lösungen gut ankommen." Ausserdem sei die Schweiz "nicht so SAP-lastig" wie Deutschland, so vom Hofe. Man treffe hier öfter als in Deutschland beispielsweise auf Codex / Pro Alpha als Mitbewerber in Projekten. Er glaubt, dass IFS in der Schweiz die Marktposition ausbauen könne und hofft, bereits in den nächsten Monaten ein nächstes, grosses Neuprojekt vermelden zu können.
Service-Geschäft soll über die Krise helfen
Gschneidinger verhehlt aber nicht, dass auch er mit einem schleppenden Projekt-Geschäft in den nächsten Monaten rechnet. "Es gibt schon noch neue Projekte. So von Firmen, die ERP-Projekte jetzt durchziehen, weil nun die Kapazitäten da sind. Aber auch wir werden von der Krise nicht verschont bleiben. Doch die Situation in der Schweiz ist besser als in Deutschland. Die Schweizer investieren langfristiger," so der IFS-Zentraleuropachef.
Warum IFS noch selbständig ist
Zum Schluss wollten wir von vom Hofe wissen, warum IFS - im Gegensatz zu vielen anderen skandinavischen ERP-Herstellern (Intentia, Navision, Daamgard) - in der Konsolidierungswelle der letzten Jahre nicht von einem der Top-5-Hersteller (SAP, Oracle, Infor, Sage, Microsoft) aufgesogen worden ist. Der Mann, der extra aus Schweden zur Eröffnung der Regensdorfer Niederlassung angereist ist, erklärt: "IFS hat seit Jahren den gleichen Hauptaktionär. Und wir wollen unsere unternehmerische Freiheit behalten." Ein ERP-Konzern, der andere übernimmt, könne zwar "verheerend profitabel" werden, wenn er die Weiterentwicklung der gekauften Lösungen für eine gewisse Zeit einstellt. Doch dies werde sich rächen, glaubt vom Hofe. "IFS wird es auch in 25 Jahren noch geben," so seine (doch ziemlich gewagte) Aussage. (Christoph Hugenschmidt)

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