Warum Social-Collaboration-Initiativen scheitern

2. April 2013, 13:17
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"Bereitstellen und beten" ist der meistverbreitetste aber auch der schlechteste Weg, sagt Gartner.

"Bereitstellen und beten" ist der meistverbreitetste aber auch der schlechteste Weg, sagt Gartner.
Das Phänomen kennen wohl viele. Ein Unternehmen startet eine Social-Collaboration-Initiaitive, zum Beispiel ein Firmenblog, ein internes "Facebook" oder ähnliches. In den ersten Wochen gibt es einige Beiträge, wenn man nach ein paar Monaten wieder hineinschaut, ist kaum mehr etwas hinzugekommen.
Gemäss dem Marktforscher Gartner wenden heute bereits 70 Prozent der Unternehmen weltweit soziale Technologien in der einen oder anderen Form an. Laut Gartner scheitern allerdings die meisten Initiativen, weil damit kein klares Ziel verfolgt wird. Social-Collaboration-Projekte, die mit einem "Bereitstellen und beten"-Ansatz ("Provide and pray") gestartet werden, haben laut dem Marktforscher eine Erfolgsrate von lediglich zehn Prozent. Projekte mit einem klaren und einleuchtenden Zweck hätten naturgemäss eine viel höhere Erfolgschance, leider würden aber die meisten Unternehmen Social-Collaboration-Initiativen trotzdem auf eine Plattformentscheidung reduzieren.
Besser wäre es, bei einem Collaboration-Projekt vor allem davon auszugehen, welches Business-Problem man genau lösen beziehungsweise welchen Nutzen man erreichen will und wie man dahin kommt. Leider ist es allerdings gar nicht so einfach, sich Ziele zu stecken, welche die Mitarbeitenden auch tatsächlich zum Mitmachen motivieren.
Ein "gutes" Ziel für eine Social-Collaboration-Initiative hat laut Gartner unter anderem folgende Charakteristiken:
- Das Ziel muss die Leute nach dem Motto "Was bringt das mir?" von selbst zum mitmachen animieren. Motivation auf Umwegen, zum Beispiel durch anders geartete Anreize oder schlimmer noch Zwang, funktionieren selten.
- Das Ziel darf nicht nur einige wenige interessieren, sondern muss potentiell genügend Leute motivieren, damit eine aktive Community entstehen kann.
- Nach dem weiteren Motto "Was bringt das der Firma?" sollte auch ein klarer Nutzen für das Unternehmen definiert sein. Dieser sollte messbar sein, wobei man solche Daten wiederum als Feedback und Motivation auch der Community mitteilen kann.
- Das Ziel sollte nur kleine Risiken bergen. Dazu gehört zum Beispiel das Risiko, dass es die Unternehmenskultur stört, oder dass sensible Informationen nach aussen dringen könnten. (hjm)

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