Warum (und für wieviel) tamedia search.ch kauft

2. Oktober 2008, 11:50
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Search.ch soll als eigenständige Einheit bestehen bleiben. Synergien beim Werbeverkauf. Fokus auf lokale Verzeichnisdienste.

Search.ch soll als eigenständige Einheit bestehen bleiben. Synergien beim Werbeverkauf. Fokus auf lokale Verzeichnisdienste.
Der Zürcher Medienkonzern kauft für einen nicht genannten Betrag 75 Prozent der Suchmaschine search.ch. Die Nachricht machte schon vor einem Monat als (fundiertes) Gerücht die Runde, doch scheinen sich die Verhandlungen länger dahin gezogen zu haben.
Die Post, die 2004 search.ch von den Gründern übernommen hat, gewinnt durch den Deal gleich zweifach. Einerseits ist search.ch in den vergangenen vier Jahren wesentlich teurer geworden. Kostete search.ch 2004 noch ungefähr sieben Millionen Franken, so spricht man nun in der Branche von einem Preis von bis zu 45 Millionen Franken, den Ringier geboten haben soll. Stimmt diese Behauptung, so hat die 75-Prozent-Beteiligung tamedia über 30 Millionen gekostet. Zudem erhält die Post den Auftrag für die Frühzustellung der NZZ und der Zeitungen von tamedia.
search.ch soll als eigenständige Einheit innerhalb der Verlagsgruppe bestehen bleiben, wie tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage sagte. Offenbar hofft man beim Zürcher Grossverlag die Reichweite der verschiedenen Online-Services von search.ch noch besser als bisher vermarkten zu können.
Bleibt die search.ch-Crew?
Zudem sollen search.ch und die weiteren Online-Services von tamedia (Jobwinner, homegate,
Online-Nachrichten) gegenseitig von ihrem Knowhow profitieren, so Zimmer. Damit dies erreicht wird, muss allerdings eine Bedingung erfüllt werden. Die Crew von search.ch muss den Wechsel zu tamedia mitmachen. Dies ist, so Insiderberichte, gar nicht sicher.
Fokus auf lokale Suchdienste
Beim "Tagi" scheint man sich im Klaren zu sein, dass sich search.ch im Suchmaschinen-Markt der hoffnungslosen Übermacht von Google gegenüber sieht. Man sehe im Bereich von lokalen Suchdiensten, wo die regionale Verankerung im Markt ein Vorteil ist, auch in Zukunft noch ein grosses Potential, sagt Zimmer. (Christoph Hugenschmidt)
Interessante Infos zur Geschichte von search.ch findet man auf dem Blog von Internet-Briefing

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