Was ärgert Kunden an Schweizer Telcos?

30. März 2006, 06:35
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Kündigungsgebühren, teure 0900er-Nummern, Probleme mit den Geräten usw.

Kündigungsgebühren, teure 0900er-Nummern, Probleme mit den Geräten usw.
Ombudscom, die Schweizer Schlichtungsstelle für die Telekombranche, hat gestern ihren ersten Jahresbericht herausgegeben. Darin erhält man einen interessanten Einblick in die Probleme, die am ehesten zu Streit zwischen Kunden und Telcos führen könnten.
Ombudscom nennt neun Hauptpunkte, bei denen Kunden und Kundinnen am häufigsten "der Schuh drückt": Hohe Gebühren für vorzeitige Kündigungen, teure Mehrwertdienste und insbesondere mangelnde Kostentransparenz bei 0900er-Nummern, Probleme mit dem Material, Dialer (immer noch!), Lockvogelangebote auf der Strasse, an der Haustür- oder in Telefongeschäften, die Qualität der Dienstleistungen, Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Standardbriefe als Antwortschreiben der Anbieter sowie schwierig durchzusetzende Schadensersatzforderungen. (Zu all diesen Punkten findet man im Geschäftsbericht übrigens auch ein paar Tiipps und Informationen für Telco-Kunden.)
Potential für Konflikte zwischen Telekommunikationsanbietern und ihren Kunden gibt es also anscheinend genug. Im ersten Jahr ihrer Geschäftstätigkeit wendeten sich denn auch bereits 459 Personen an die Schlichtungsstelle. Dies führte zu 305 aufgenommenen Fällen, von denen 156 bereits abgeschlossen wurden, 73 davon mit erfolgreichen Schlichtungsvorschlägen durch ombudscom.
Die Ombudsfrau Dr. Carol Franklin wertete das erste Jahr der Tätigkeit ihres Teams als Erfolg: " Wir haben in den ersten Monaten erfahren, dass bei den Telekomkundinnen und -kunden ein grosses Bedürfnis nach einer unabhängigen Stelle besteht. Das ist unsere Aufgabe: Den Kunden die Optik der Anbieter zu erklären und der Telekombranche die Bedürfnisse der Kundinnen näher zu bringen."
Ombudscom hat vor etwas weniger als einem Jahr offiziell den Betrieb aufgenommen. Finanziell getragen wird die Schlichtungsstelle durch Swisscom, Orange, Sunrise und Cablecom, also die vier grössten Schweizer Telcos, im Vorstand sind aber auch zwei Vertreterinnen des KonsumentInnenforums dabei. (hjm)

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